ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2015Influenza: Die gleiche Botschaft transportieren
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Solange von der Politik („Impflücken schließen“) und den Krankenkassen („nur streng nach Indikation impfen“) gegenläufige Signale an Ärzteschaft und Versicherte ausgehen, so lange brauchen wir uns keine Gedanken über Impfpflicht zu machen.

Solange die Krankenkassen Regresse für nicht verimpfte Grippeimpfstoffe fordern, werden die meisten Ärzte – wie in den letzten zwei Jahren geschehen – sehr zurückhaltend sein bezüglich der Influenzaimpfung.

Solange nicht alle Kinder, egal ob sie unter die derzeitige Indikation fallen oder nicht, auf Krankenkassenkosten gegen Influenza geimpft werden können, werden wir keine Erfolge in der Eindämmung der Grippewellen verzeichnen können, denn die Epidemiologie weiß es und der praktisch tätige Pädiater sieht es jeden Tag:
Die Influenzainfektionen unter den Kindern halten das Feuer der Grippewellen am lodern.

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Einerseits ist es sehr löblich, dass einzelne Kassen oder Kassenverbände die Kosten für die Influenzaimpfung für alle Versicherten übernehmen, andererseits ist es im hektischen Praxisalltag nicht wirklich realistisch, jeden Sondervertrag einzelner Kassen zu bedenken, den Versicherten anzubieten (manchmal kommt man sich vor wie ein Verkäufer, der eine Ware feilhält) und dann auch noch das entsprechende Formular oder die dafür vorgesehene Abrechnungsziffer zu finden . . .

In der täglichen Praxis wird durch solche sich konterkarierende Botschaften und Durchführungsvorschriften jeglicher Impfenthusiasmus gebremst, und es ist an der Zeit, dass Politik und Kassen Signale setzen, welche die gleiche Botschaft transportieren und im ärztlichen Alltag dann auch so umgesetzt werden können – ohne Angst vor Regress-Drohgebärden. Dies wäre ein erster sinnvoller und effektiver Schritt in Richtung Bekämpfung der Influenza.

Horst Rütschle, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, 67112 Mutterstadt

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