ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2015Früherkennung: App-unterstützte Prostata-Krebsvorsorge

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Früherkennung: App-unterstützte Prostata-Krebsvorsorge

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Die „ProstateCheck“-App der Stiftung Prostatakrebsforschung Schweiz soll dazu beitragen, die Früherkennung effizienter zu machen und die Kontrollintervalle zu verlängern. Die Applikation für Android und iOS basiert auf der umfangreichsten und längsten Vorsorgestudie im deutschsprachigen Raum.

Die App berechnet die Wahrscheinlichkeit eines behandlungswürdigen Tumors in Prozent. Foto: dae [m]
Die App berechnet die Wahrscheinlichkeit eines behandlungswürdigen Tumors in Prozent. Foto: dae [m]

Für den Gebrauch der App sind medizinische Daten erforderlich, die bei jeder ärztlichen Vorsorgeuntersuchung ermittelt werden. Neben obligatorischen Angaben zum prostataspezifischen Antigen (PSA) und dem Alter des Nutzers erhöhen Angaben zur familiären Vorbelastung sowie zum Tastbefund und zur Größe der Prostata die Genauigkeit der Prognose noch zusätzlich. Anhand der genannten Angaben berechnen die Algorithmen die Wahrscheinlichkeit eines behandlungswürdigen Tumors in Prozent sowie die Wahrscheinlichkeit von Prostatakrebs in vier, acht und zwölf Jahren. Zudem kann das persönliche Kontrollintervall auf bis zu sieben Jahre verlängert werden. Der daraus resultierende Rückgang an Prostatauntersuchungen bedeutet eine Effizienzsteigerung ärztlicher Vorsorge-abläufe und damit eine Kostenreduktion für das Gesundheitssystem.

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„Die ProstateCheck-App soll Männer frühzeitig an ihre Prostatakrebsvorsorge erinnern“, erläuterte Prof. Dr. med. Franz Recker, Vorstand der Stiftung Prostatakrebsforschung Schweiz und Chefarzt der Klinik für Urologie am Kantonsspital Aarau. „Dabei ist zentral, dass man wegkommt von der Vorsorge für alle, hin zur Vorsorge für Risikogruppen.“ Die von Recker mitentwickelte App verhindert unnötige Abklärungen. So treten bei 30 bis 40 Prozent der Männer im Laufe ihres Lebens Tumorzellen in der Prostata auf, die keiner Behandlung bedürfen. Bei vier bis acht Prozent der Männer entwickelt sich im Laufe des Lebens jedoch ein bösartiger Tumor.

Der Nutzen des Vorsorgewertes PSA wird nach Angaben der Stiftung erheblich verbessert, eine Risikoanalyse innerhalb von Sekunden übermittelt, daher profitieren besonders Labore, Haus- und Fachärzte vom ProstateCheck. Darüber hinaus ermöglicht die App auch Privatpersonen eine verlässliche Analyse. EB

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