ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2015Prostitution: Das tägliche Überleben
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Es ist für mich unfassbar, welch großes Leid Frauen, Mädchen und auch Säuglinge durch Zwangsprostitution im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Tschechien erleiden müssen. Oft sind die betroffenen Frauen und Mädchen Opfer von Frauenhandel und werden wie die Ware „Frischfleisch“ weiterverkauft. Sie müssen täglich bis zu 20 Freier bedienen, ihnen die abartigsten Wünsche erfüllen und Gewalt- und Machtspiele aushalten. Dabei kommt ein Großteil der Freier aus Deutschland.

Oftmals ertragen die Frauen und Mädchen diesen Alltag nur mit Drogen. Sie sind dadurch abgestumpft, gefühllos und sich selbst entfremdet. Das Milieu, in dem die Opfer aufwachsen, ist geprägt von Armut, Gewalt und fehlender Bildung. Es gibt keine Zukunftsvisionen und erst recht keine Alternativen. Es geht ums tägliche Überleben. Besonders schockiert war ich, dass die aus der Prostitution entstandenen Kinder selbst wieder für Prostitutionszwecke „benutzt“ wurden oder in Heimen landeten.

Die Organisation Karo, die sich um Prostituierte im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Tschechien kümmert, benötigt eine Gynäkologin vor Ort. Durch die Entfernung meines Wohnortes ist die Hilfe, die ich gerne geboten hätte, leider logistisch nicht umsetzbar. Mein Dank gilt der Gründerin von Karo, Cathrin Schauer, die sich unermüdlich um die Frauen kümmert. Ohne Spenden wäre all das nicht möglich: info@karo-ev.de.

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Dr. med. Gita Mamedi, 53879 Euskirchen

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