ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2015Holocaust-Museum in Galiläa: „Tödliche Medizin“

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Holocaust-Museum in Galiläa: „Tödliche Medizin“

KNA

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Foto: KNA-Bild
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Die Verantwortung der Medizin an der Vernichtung als „lebensunwert“ betrachteten Lebens steht im Fokus der Wanderausstellung „Tödliche Medizin – Die Schaffung der Herrenrasse“, die am 27. Januar, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, im „Haus der Ghettokämpfer“ in Westgaliläa eröffnet wurde. Nicht zuerst Juden hätten im Zentrum der verschiedenen medizinwissenschaftlichen Programme der Nationalsozialisten zur Ausmerzung „lebensunwerten Lebens“ gestanden, betont Prof. Schmuel Reis, Bar-Ilan-Universität. Er verweist auf 300 000 Deutsche und Österreicher, die zwischen 1933 und 1939 Opfer von Zwangssterilisierungen und medizinischen Experimenten wurden. Die Gesetze dazu, so der Mediziner, gingen zurück auf die Zeit vor der Machtergreifung Hitlers. Nicht „Psychopathen oder Verrückte, sondern ganz normale Menschen“ hätten die Ideologie der gesunden Rasse bereitwillig unterstützt, betont Reis. Auf die Frage nach dem „Warum“ hingegen finde er nur unzureichende Antworten. Ein grundsätzliches Gefährdungspotenzial liege in der Macht, über die Medizin per se verfüge. Die stärkste Botschaft, hofft er, werde deshalb „an meine Studenten und Kollegen“ gehen, also an Medizinschaffende, die für das Museum zu einer der Hauptzielgruppen der Ausstellung gehören.

Die Ausstellung, die in enger Zusammenarbeit mit dem US-Holocaust-Gedenkmuseum in Washington entwickelt wurde, hat „eine für Israel bislang einzigartige Sicht auf den Holocaust“, erklärt Raya Kalisman, Gründerin des „Zentrums für humanistische Bildung“ am „Haus der Ghettokämpfer“. Wo üblicherweise aus jüdischer Opfersicht auf den Holocaust geschaut werde, gehe mit „Tödliche Medizin“ erstmals eine Ausstellung auf generelle humanitäre Aspekte ein. kna

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