ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2015Krankenhäuser: Experte hält Schließung defizitärer Einrichtungen für geboten

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Krankenhäuser: Experte hält Schließung defizitärer Einrichtungen für geboten

Stüwe, Heinz

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Mehr als 200 defizitäre Krankenhäuser in Deutschland könnten geschlossen werden, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. So könnten Klinikträger und Bundesländer jährlich mehr als eine halbe Milliarde Euro Verlustausgleich und Investitionsmittel einsparen. Zu diesem Ergebnis kommt Boris Augurzky, Leiter des Kompetenzbereichs Gesundheit beim Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen. Augurzky geht in seiner Projektion vom Krankenhaus-Rating-Report aus, den das RWI jährlich erstellt. Danach seien 14 Prozent der deutschen Krankenhäuser wegen hoher Verluste stark insolvenzgefährdet, unter den kommunalen Häusern sogar 28 Prozent. „Ohne Gegenmaßnahmen scheidet jedes achte Krankenhaus bis 2020 aus der Versorgung aus“, stellt Augurzky fest. Der Experte räumt ein, dass ähnliche Prognosen aus der Vergangenheit nie eingetreten seien. Denn die Strategie der Träger ziele immer auf den Erhalt der Klinik.

Bessere und billigere Lösung: Schließung von Kliniken, die nicht für die Versorgung erforderlich sind. Foto: dpa
Bessere und billigere Lösung: Schließung von Kliniken, die nicht für die Versorgung erforderlich sind. Foto: dpa

Entweder hätten sich die Träger, vorwiegend Kommunen, entschlossen, dauerhaft Verluste auszugleichen. Oder die Kliniken seien vom bisherigen Eigentümer oder einem zumeist privaten Käufer saniert worden – durch Kostensenkung und Spezialisierung oder das Erschließen neuer Behandlungsfelder.

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Der Wirtschaftswissenschaftler hält die Schließung der Häuser, die nicht für die Versorgung erforderlich sind, für die bessere und billigere Lösung. Dazu macht er folgende Rechnung auf: Um alle akut insolvenzgefährdeten Krankenhäuser (150 öffentliche, 80 freigemeinnützige und zehn private) zu erhalten, seien ein jährlicher Verlustausgleich von 675 Millionen Euro und 865 Millionen Euro Investitionen erforderlich, zusammen mithin 1,5 Milliarden Euro Belastung der Träger und der für Investitionen verantwortlichen Länder. Stü

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