ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2015Primäre Prävention: Verhältnismäßigkeit und Toleranz
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Die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin rechnet vor, dass selbst bei einer angenommenen Mortalität der Masern von 0,1 Prozent durch Einführung einer Impfpflicht maximal 0,1 bis 2,5 Todesfälle zusätzlich verhinderbar wären (bei rund 80 Millionen Einwohnern) unter der Annahme einer 100-prozentigen Effektivität der Impfung und absoluter Nebenwirkungsfreiheit.

In der Situation wären durch andere Zwangsmaßnahmen wesentlich mehr Menschenleben zu retten:

  • Absolutes Rauchverbot (Passivrauchschäden!)
  • Tempolimit 100 auf Autobahnen, 80 auf Landstraßen
  • Motorrad-Fahrverbot
  • Reitsportverbot (zum Beispiel für unter 18-Jährige)
  • Stärkere stichprobenartige Kontrolle der Ärzte mit Sanktionierungen zur Minimierung der nicht-indizierten Verordnungen von NSAR, Protonenpumpenhemmern, Antibiotika, Neuroleptika (insbesondere bei Kindern und alten Menschen).

Mindestens die Punkte eins bis vier wären ohne jegliche gesundheitliche Nebenwirkungen erhältlich. Was für die Impfungen sicherlich nicht gilt. Die Liste ist willkürlich und kann beliebig fortgesetzt werden. Wo bleiben Verhältnismäßigkeit und Toleranz?

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Dr. med. Klaus Niehoff, Kinder- und Jugendarzt,
21266 Jesteburg

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