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Unsere Diskussion der Auswirkungen von Gewichtsreduktionsbehandlungen auf die Lebensqualität beschränkt sich auf die eingeschlossenen Studien und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit (1). Eine fundierte Beantwortung erfordert mehrere randomisiert-kontrollierte Studien von guter methodischer Qualität, die die Lebensqualität möglichst als primären Endpunkt der Intervention erfassen. Die zitierten Studien (2, 3) eignen sich aufgrund methodischer Merkmale nur bedingt für die Beurteilung der Wirksamkeit von Gewichtsreduktionsbehandlungen auf die Lebensqualität. Aus der erstgenannten Studie (2) lässt sich nicht eindeutig ableiten, ob ein randomisiertes, kontrolliertes Studiendesign vorliegt. Unabhängig davon konnte die gezeigte Verbesserung der Lebensqualität nicht spezifisch auf die Gewichtsreduktionsbehandlung zurückgeführt werden, da sich diese in der Kontrollgruppe unter Anwendung eines Entspannungsverfahrens auch einstellte. In der zweitgenannten Studie (3) ist das Fehlen einer Kontrollgruppe eine entscheidende methodische Limitation, die keine Aussage über die spezifische Wirksamkeit der Gewichtsreduktionsbehandlung auf die Lebensqualität zulässt. Dennoch ist der Befund einer verbesserten Lebensqualität, die unabhängig von einer Gewichtsveränderung eintrat, ein interessantes Ergebnis, das weitere Fragen aufwirft. Schließlich unterstreicht die Tatsache, dass nur eine der in unsere Arbeit eingeschlossenen Studien die Lebensqualität als primären Endpunkt untersuchte (4), den Forschungsbedarf zu diesem Aspekt. Es wäre zu klären, ob zur Verbesserung der Lebensqualität die Adipositas thematisiert werden muss. Möglicherweise wäre die Aufhebung sozialer Isolation der relevante Wirkfaktor. Insofern könnte mit einfachen Ansätzen eine verbesserte Lebensqualität erzielt werden.

DOI: 10.3238/arztebl.2015.0297b

Dipl.-Psych. Yvonne Mühlig

LVR-Klinikum Essen

yvonne.muehlig@lvr.de

Interessenkonflikt

Die Autorin erhielt Gelder für ein von ihr initiiertes Forschungsvorhaben vom BMBF (Förderkennzeichen 01GI1120A/B) im Konsortium „Jugendliche mit extremer Adipositas“ des Kompetenznetzes Adipositas.

1.
Mühlig Y, Wabitsch M, Moss A, Hebebrand J: Weight loss in children and adolescents—a systematic review and evaluation of conservative, non-pharmacological obesity treatment programs. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 818–24 VOLLTEXT
2.
Warschburger P, Fromme C, Petermann F, Wojtalla N, Oepen J: Conceptualisation and evaluation of a cognitive-behavioural training programme for children and adolescents with obesity. Int J Obes Relat Metab Disord 2001; 25: 93–5 CrossRef MEDLINE
3.
Rank M, Wilks DC, Foley L, et al.: Health-related quality of life and physical activity in children and adolescents two years after an inpatient weight-loss program. J Pediatr 2014; 165: 732–7.e2 CrossRef MEDLINE
4.
Walpole B, Dettmer E, Morrongiello BA, McCrindle BW, Hamilton J: Motivational interviewing to enhance self-efficacy and promote weight loss in overweight and obese adolescents: a randomized controlled trial. J Pediatr Psychol 2013; 38: 944–53 CrossRef MEDLINE
1.Mühlig Y, Wabitsch M, Moss A, Hebebrand J: Weight loss in children and adolescents—a systematic review and evaluation of conservative, non-pharmacological obesity treatment programs. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 818–24 VOLLTEXT
2.Warschburger P, Fromme C, Petermann F, Wojtalla N, Oepen J: Conceptualisation and evaluation of a cognitive-behavioural training programme for children and adolescents with obesity. Int J Obes Relat Metab Disord 2001; 25: 93–5 CrossRef MEDLINE
3.Rank M, Wilks DC, Foley L, et al.: Health-related quality of life and physical activity in children and adolescents two years after an inpatient weight-loss program. J Pediatr 2014; 165: 732–7.e2 CrossRef MEDLINE
4.Walpole B, Dettmer E, Morrongiello BA, McCrindle BW, Hamilton J: Motivational interviewing to enhance self-efficacy and promote weight loss in overweight and obese adolescents: a randomized controlled trial. J Pediatr Psychol 2013; 38: 944–53 CrossRef MEDLINE

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