ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2015Prävention des postoperativen Delirs

MEDIZIN: Originalarbeit

Prävention des postoperativen Delirs

Eine prospektive Intervention mit gerontopsychiatrischer Liaisonpflege auf chirurgischen Stationen im Allgemeinkrankenhaus

The prevention of postoperative confusion—a prospective intervention with psychogeriatric liaison on surgical wards in a general hospital

Dtsch Arztebl Int 2015; 112(17): 289-96; DOI: 10.3238/arztebl.2015.0289

Kratz, Torsten; Heinrich, Manuel; Schlauß, Eckehard; Diefenbacher, Albert

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Hintergrund: Delirien komplizieren häufig die stationäre Behandlung älterer Patienten und führen sowohl zu erhöhter Verweildauer, Kosten sowie Pflegeaufwand als auch gegebenenfalls zu einer Heimeinweisung. Insbesondere postoperativ treten Delirien bei älteren und kognitiv eingeschränkten Patienten auf.

Methode: In einer offenen Studie wurde auf zwei chirurgischen Stationen eines Allgemeinkrankenhauses systematisch die Häufigkeit postoperativer Delirien bei über 70 Jahre alten Patienten erhoben. In einer sechsmonatigen Prävalenzphase wurde die Anzahl der postoperativ deliranten Patienten im Untersuchungszeitraum (März bis August 2011) erhoben, aber noch nicht interveniert. Nach Abschluss der Prävalenzphase führte ein geschulter Delirpfleger während eines zehnmonatigen Zeitraums (September 2011 bis Juni 2012) auf einer der beiden Stationen Interventionen durch, die sich an das „Hospital Elder Life Program“ (HELP) anlehnten. Das Ziel dieser Maßnahmen war die Prävention postoperativer Delirien. Die Patienten der zweiten Station dienten als Kontrollgruppe.

Ergebnisse: Von allen Patienten, die keine Intervention erhalten hatten, entwickelten 20,2 % (95-%-Konfidenzintervall [95-%-KI]: 14,6–26,4) ein postoperatives Delir. In der Interventionsphase kam es bei 20,8 % (95-%-KI: 11,3–32,1) derjenigen, bei denen keine spezifische Intervention durchgeführt wurde, zu einem postoperativen Delir. Dahingegen konnte die Häufigkeit postoperativer Delirien auf der Interventionsstation auf 4,9 % (95-%-KI: 0,0–11,5) reduziert werden. Die durch den Delirpfleger eingesetzten Maßnahmen wie etwa Validation, Schlafverbesserung, kognitive Aktivierung, Frühmobilisation, Verbesserung der Sensorik sowie der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme kamen dabei zum Tragen. Als wichtige Prädiktoren für ein postoperatives Delir stellten sich der „Mini-Mental-Status-Test“, das Alter sowie das Vorliegen einer präoperativen Infektion heraus.

Schlussfolgerung: Die Etablierung eines Delirpflegers, die Anwendung pflegerischer Maßnahmen, die postoperative Begleitung sowie die kognitive Aktivierung sind bei älteren und kognitiv eingeschränkten Patienten mit einer Reduktion des Risikos für ein postoperatives Delir assoziiert.

LNSLNS

Mit dem Begriff des Delirs werden alle akuten psychischen Störungen bezeichnet, die eine organische Ursache haben und mit einer Bewusstseinstrübung sowie einer kognitiven Störung einhergehen (1, 2).

Das Delir ist mit 14–56 % die häufigste Komplikation bei über 70-jährigen Patienten in der stationären Behandlung (3) und weist eine erhöhte Mortalitätsrate von 25–33 % auf (4). Eine Demenz erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Delirs und ist der mit Abstand bedeutsamste Risikofaktor (5). Insbesondere in den Abteilungen für innere Medizin und Chirurgie sowie auf der Intensivstation sind 50 % aller Patienten postoperativ verwirrt (6). Das Delir erhöht die Verweildauer, die Kosten, den Pflegeaufwand und das Risiko einer Heimeinweisung (710).

In den letzten Jahren wurden in Deutschland vielversprechende Modellprojekte durchgeführt, die belegten, dass durch unterschiedliche Interventionen die Häufigkeit von postoperativen Delirien auf somatischen Stationen im Allgemeinkrankenhaus reduziert werden konnte (1114).

Bereits vorliegende Modelle, wie zum Beispiel die Vorgehensweise im St. Franziskus-Hospital in Münster, zeigen, dass die Rate postoperativer Delirien gesenkt werden kann, wenn während der Verweildauer im Krankenhaus ein fester Ansprechpartner für den Patienten zur Verfügung steht und bereits bei Aufnahme ein Screening auf kognitive Defizite erfolgt (15, 16).

Nichtmedikamentöse Interventionen sind wichtige und unterstützende Behandlungsmöglichkeiten, die jedoch im alltäglichen Umgang mit deliranten Patienten nicht ausreichend genutzt werden (17, 18). Dazu gehören Orientierungshilfen: Eine Uhr, ein Kalender oder ein vertrautes Foto können unterstützend in der Behandlung wirken. Die Reizabschirmung ist ein wesentliches Hilfsmittel der nichtmedikamentösen Behandlung eines Delirs. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass es möglichst nicht zu Zimmer- oder Personalwechseln kommt. Sensorische Hilfen wie Brillen oder Hörgeräte sollten eingesetzt werden. Wichtig ist eine ausreichende Beleuchtung, mit der ein Tag-Nacht-Rhythmus sichergestellt wird. Die persönliche Zuwendung und die Einbeziehung vertrauter Bezugspersonen wirken sich positiv aus (1921).

Ziel der vorliegenden Studie war es, folgende Fragen zu beantworten:

  • Wie häufig treten postoperative Delirien in einer allgemeinchirurgischen Abteilung eines Allgemeinkrankenhauses auf?
  • Welche präoperativ bestehenden Faktoren sagen ein Delir vorher?
  • Kann eine gerontopsychiatrische Pflegekraft durch nichtpharmakologische, pflegerische Maßnahmen die Häufigkeit postoperativer Delirien senken?

Die vorliegende Untersuchung ist ein Novum, da sich die Autoren zum einen auf kognitiv eingeschränkte Personen in einem allgemeinchirurgischen Behandlungsprozedere mit einer praxisnahen Durchmischung des Patientenkollektivs fokussierten. Zum anderen wurden die nichtmedikamentösen, pflegerischen Interventionen in den Mittelpunkt gestellt. Die Autoren wollen zeigen, dass nicht vordergründig Ärzte die Delirprävention durchführen müssen, sondern dass geschulte Pflege hier einen Schwerpunkt setzen kann.

Methoden

Die Methoden, besonders die statistische Analyse, sind ausführlich online in den eMethoden beschrieben.

Studiendesign

Die Studie wurde auf zwei allgemeinchirurgischen Stationen eines akademischen Lehrkrankenhauses der Regelversorgung durchgeführt, von denen eine als Interventionsstation, die andere als Kontrollstation festgelegt wurde. Unterschiedliche pflegerische und ärztliche Teams waren für die Behandlung verantwortlich. Das Patientenkollektiv wies vergleichbare demografische Charakteristika auf. Die Behandlungsteams bestanden aus Fachärzten für Chirurgie, chirurgischem Fachkrankenpflegepersonal, Physiotherapeuten sowie Sozialarbeitern. Beide Stationen waren hinsichtlich des Personals an Pflegern und Ärzten bezogen auf die Bettenzahl vergleichbar ausgestattet. Auf beiden Stationen erfolgte keine spezielle Fortbildung in Geriatrie oder Gerontopsychiatrie.

In der ersten Studienphase (Prävalenzphase; März bis August 2011) wurde auf beiden Stationen die Anzahl von über 70-jährigen Patienten, die bereits präoperativ kognitive Defizite und prädelirante Zustände aufwiesen, erfasst. Sozioökonomische Daten, Diagnosen, somatische Erkrankungen sowie die präoperativ bestehende Medikation wurden dokumentiert. Zusätzlich wurden prä- und postoperativ folgende Untersuchungen durchgeführt beziehungsweise Daten erhoben:

Verwendete Skalen
Verwendete Skalen
Tabelle 1
Verwendete Skalen
  • „Mini-Mental-Status-Test“ (MMST) (22)
  • Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) (23)
  • „Confusion Assessment Method“ (CAM) (24)
  • „Delirium Rating Scale“ (DRS) (25)
  • „Nurses’ Observation Scale for Geriatric Patients-Scale“ (NOSGER) (26)
  • Barthel-Index (27)
  • „Montgomery-Asberg Depression Rating Scale“ (MADRS) (28)
  • Body-mass-Index
  • Schlafstunden (Tabelle 1).

In der anschließenden zehnmonatigen Interventionsphase (September 2011 bis Juni 2012) wurde eine der beiden Stationen zur Interventionsstation, die zweite zur Kontrollstation.

Auf der Interventionsstation erfolgten je nach individuellem Bedarf der Patienten prä- und postoperativ durch die gerontopsychiatrische Liaisonpflegekraft (Delirpfleger) Interventionen auf folgenden Gebieten (Tabelle 2):

Interventionsverfahren und Anwendungshäufigkeit in der Interventionsgruppe
Interventionsverfahren und Anwendungshäufigkeit in der Interventionsgruppe
Tabelle 2
Interventionsverfahren und Anwendungshäufigkeit in der Interventionsgruppe
  • Frühmobilisation
  • Verbesserung der Sensorik
  • Verbesserung der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme
  • nichtmedikamentöse Schlafverbesserung
  • kognitive Aktivierung
  • Validation (29, 30).

Studienteilnehmer

Die Studie schloss alle Patienten ein, die auf den beiden chirurgischen Stationen zwischen März 2011 und Juni 2012 aufgenommen wurden, wenn sie folgende Kriterien erfüllten:

  • älter als 70 Jahre
  • keine klinisch manifesten Zeichen eines Delirs
  • in der Lage, die Studie zu verstehen und in diese einzuwilligen.

Ausgeschlossen wurden Patienten, bei denen die nachfolgenden Merkmale vorlagen:

  • fortgeschrittene Demenz und Einwilligungsunfähigkeit
  • bereits präoperativ schweres Delir
  • Erkrankungen im finalen Stadium
  • grundsätzliche Ablehnung einer Studienteilnahme.

Das Studiendesign wurde vom Ethikkomitee des Krankenhauses genehmigt (Bescheid vom 7. 10. 2010). In der Grafik ist die Verteilung der ein- und ausgeschlossenen Patienten in beiden Phasen der Studie aufgeführt.

Aufteilung der Patienten entsprechend der durchgeführten Analysen
Aufteilung der Patienten entsprechend der durchgeführten Analysen
Grafik
Aufteilung der Patienten entsprechend der durchgeführten Analysen

Um die Prävalenz und die präoperativen Prädiktoren von postoperativen Delirien zu ermitteln, wurden alle eingeschlossenen Patienten, die zwischen März 2011 und Juni 2012 auf einer der beiden chirurgischen Stationen behandelt wurden, berücksichtigt. Diese Stichprobe bestand aus 178 Personen. Das mittlere Alter betrug 76,8 Jahre, 53,9 % (n = 96) davon waren weiblich. Die präoperativen Charakteristika der Stichprobe sind in Tabelle 3 zusammengefasst.

Präoperative Unterschiede zwischen Patienten mit operativem Delir und Patienten ohne postoperatives Delir
Präoperative Unterschiede zwischen Patienten mit operativem Delir und Patienten ohne postoperatives Delir
Tabelle 3
Präoperative Unterschiede zwischen Patienten mit operativem Delir und Patienten ohne postoperatives Delir

Zur Ermittlung des Interventionseffekts wurden in beiden Gruppen die Patienten eingeschlossen, die zwischen September 2011 und Juni 2012 behandelt wurden. In der Analyse wurden unter Berücksichtigung der Ausschlusskriterien die Daten von 53 Patienten der Kontrollgruppe (weiblich: 47,2 %, n = 25; mittleres Alter: 76,6 Jahre) und von 61 Personen der Interventionsgruppe (weiblich: 63,9 %, n = 39; mittleres Alter: 77,8 Jahre) einbezogen. Die deskriptiven Statistiken der Gruppen sind in Tabelle 4 zusammengefasst.

Präoperative Unterschiede zwischen der Interventions- und Kontrollgruppe
Präoperative Unterschiede zwischen der Interventions- und Kontrollgruppe
Tabelle 4
Präoperative Unterschiede zwischen der Interventions- und Kontrollgruppe

Intervention

In der Interventionsphase wurde auf der Interventionsstation aus dem präoperativen Screening ein Delirrisiko abgeleitet, das sich auf allgemeine – ein Delir begünstigende – Faktoren stützte: Aufmerksamkeitsstörung, bereits bestehende kognitive Defizite, die mittels MMST nachgewiesen wurden, und Intensität der geplanten Operation. Zum Beispiel gehen Schenkelhalsfrakturen mit einem sehr hohen Delirrisiko einher.

Der Delirpfleger ermittelte unabhängig vom Personal der chirurgischen Station das Delirrisiko. Davon abgeleitet wurde ein individueller Interventionsplan erstellt.

Folgende Ziele wurden gesetzt:

  • Reorientierung
  • Schlafverbesserung
  • Förderung der Kognition
  • Gestaltung des Tagesablaufs
  • Frühmobilisation
  • Einbeziehung von Angehörigen
  • Verbesserung der Nahrungsaufnahme.

Tabelle 2 fasst die Häufigkeiten zusammen, mit denen einzelne Interventionsmaßnahmen tatsächlich angewendet wurden. Bei Patienten mit postoperativem Delir wurde die Interventionsbegleitung, die sich am „Hospital Elder Life Program“ (HELP) (31) (Kasten) orientierte, entsprechend angepasst.

Hospital Elder Life Program
Hospital Elder Life Program
Kasten
Hospital Elder Life Program

Untersuchungsziele

In der Prävalenzphase wurde untersucht, wie häufig postoperativ in der oben beschriebenen Patientenpopulation ein Delir vorliegt. Darauf aufbauend wurde in der Interventionsphase analysiert, ob auf der Interventionsstation statistisch signifikant seltener postoperative Delirien im Vergleich zur Kontrollstation auftraten.

Statistische Analyse

Die Datenanalyse erfolgte mit SPSS 21.

Ergebnisse

Häufigkeit postoperativer Delirien

20,2 % (n = 36; 95-%-Konfidenzintervall [KI]: 14,6–26,4) der Patienten aus dem gesamten Studienzeitraum, die keine spezifische Intervention (n = 178) erhielten, entwickelten ein postoperatives Delir.

Prädiktoren postoperativer Delirien

Deskriptive Statistiken, Teststatistiken und Effektstärken der betrachteten Faktoren für Patienten mit postoperativem und ohne postoperatives Delir sind in Tabelle 3 aufgeführt. Zahlreiche Variablen weisen bereits präoperativ auf Unterschiede zwischen Patienten mit postoperativem und ohne postoperatives Delir hin.

Bei der multivariaten logistischen Regression mit Vorwärtsselektion blieben die Variablen Alter, MMST, Barthel-Index und Infektionen im Modell. Dabei wurde nur der MMST, das Alter und die präoperativen Infektionen als statistisch signifikant bewertet (p < 0,05). Die Ergebnisse der einzelnen Parameter sind in Tabelle 5 zusammengefasst.

Prädiktoren postoperativer Delirien
Prädiktoren postoperativer Delirien
Tabelle 5
Prädiktoren postoperativer Delirien

Effektivität der Intervention

Tabelle 4 beinhaltet die deskriptiven Statistiken und die Teststatistiken präoperativer Eigenschaften der Kontroll- und Interventionsgruppe. Letztere wies insgesamt einen höheren Anteil von Patienten mit einem Barthel-Index < 85 sowie mit höheren präoperativen Werten im NOSGER und im MADRS auf. Der Anteil von Personen, die aus dem Heim eingewiesen wurden, war in der Interventionsgruppe größer als in der Kontrollgruppe.

Insgesamt bildeten in der Interventionsphase der Studie drei Patienten der Interventionsgruppe (4,9 %; 95-%-KI: 0,0–11,5) und elf Patienten der Kontrollgruppe (20,8 %; 95-%-KI: 11,3–32,1) ein postoperatives Delir aus. Nach dem Chi-Quadrat-Test ist der Unterschied signifikant (χ2 = 6,60; N = 114; df = 1; p(χ2) = 0,01). Auch aus dem – mit Hilfe des „Propensity Score“ adjustierten – Modell resultierte ein signifikanter Effekt für die Gruppenzugehörigkeit (Odds Ratio [OR] = 0,22; 95-%-KI: 0,05– 0,98; p = 0,046). Das Risiko eines postoperativen Delirs bei Patienten der Interventionsgruppe war geringer als bei Personen der Kontrollgruppe.

Diskussion

Das Delir ist ein häufiges Syndrom älterer Patienten auf somatischen Stationen der Allgemeinkrankenhäuser und mit einem hohen Verbrauch an Ressourcen verbunden. Insbesondere im Zusammenhang mit bereits bestehenden kognitiven Defiziten und einem hohen Lebensalter ist das postoperative Delir ein erhebliches Problem chirurgischer Abteilungen der Allgemeinkrankenhäuser. In der vorliegenden Untersuchung entwickelten während des gesamten Studienzeitraums 20,2 % der Patienten, die keine Intervention erhielten, ein postoperatives Delir. Dies deckt sich mit den in der Literatur beschriebenen Fallzahlen (4).

Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich Betroffene, die ein postoperatives Delir ausbilden, bereits präoperativ von Patienten ohne postoperatives Delir unterscheiden. Die vorliegenden Daten zeigen, dass insbesondere das Alter, bestehende Infektionen und der „Mini-Mental-Status“, der auf bereits bestehende kognitive Defizite hinweist, Risikofaktoren für ein postoperatives Delir sind. Die Arbeiten von Fischer und Assem-Hilger (32), Margiotta et al. (33) und Robinson et al. (9) untermauern die Ergebnisse der durchgeführten Studie.

Auch präoperative – mit der NOSGER erfasste – Unterschiede im funktionellen Status wurden zwischen den Patientengruppen festgestellt. Zusätzlich wurde beobachtet, dass ein höheres Delirrisiko vorlag, wenn die Patienten einen präoperativen Barthel-Index < 85 aufwiesen, geringere Schulbildung besaßen oder aus Heimen eingewiesen wurden.

Die Autoren gewannen deutliche Hinweise dafür, dass ein konsequentes präoperatives Screening und einfache Interventionen durch einen Delirpfleger, also einen Altenpfleger mit langjähriger gerontopsychiatrischer Erfahrung, die Inzidenz postoperativer Delirien reduzieren können. Andrews et al. (34), Holt et al. (35) und Milisen et al. (36) führten zwar Studien unter anderen Bedingungen durch, das heißt in intensivmedizinischer Behandlung beziehungsweise bei älteren Patienten mit Schenkelhalsfrakturen, sie zeigten aber ebenfalls, dass ein konsequentes Monitoring des Delirrisikos mit einem explizit krankenpflegerischen Ansatz dieses reduzieren kann.

Während 20,8 % der Patienten auf der Kontrollstation in der Interventionsphase ein postoperatives Delir entwickelten, wurde nur bei 4,9 % der Patienten auf der Interventionsstation ein solcher Zustand beobachtet (OR = 0,22; 95-%-KI: 0,05– 0,98; p = 0,046). Die Ergebnisse entsprechen der Arbeit von Zaubler et al. (19), in der ebenfalls ein HELP-Ansatz (31) durchgeführt wurde. Allerdings fand diese Studie auf einer internistischen Station statt. Anders als Zaubler et al. (19), die für den Vergleich lediglich auf eine historische Kontrollgruppe zurückgriffen, verfügt die vorliegende Arbeit in der Interventionsphase sowohl über eine Interventions- als auch über eine (Non-Interventions-)Kontrollstation, was die Validität der Ergebnisse stärkt. Auch in der Untersuchung der vorliegenden Studie kamen Validation, Schlafverbesserung, kognitive Aktivierung, Frühmobilisation, Verbesserung der Sensorik und der Nahrungs- sowie Flüssigkeitsaufnahme zum Tragen. Die Autoren werten dies als deutliche Hinweise für den protektiven Effekt solcher Maßnahmen, postoperative Delirien zu verhindern.

Diese Beurteilung entspricht auch den Ergebnissen einer aktuellen Metaanalyse von 14 Interventionsstudien zur nichtmedikamentösen Prävention des Delirs (37), in der gezeigt wurde, dass eine multimodale nichtmedikamentöse Delirprävention die Inzidenz des Delirs effektiv senken kann.

Einige Einschränkungen sind bei der Interpretation der Ergebnisse zu beachten. Es handelt sich bei der vorliegenden Untersuchung nicht um eine randomisierte placebokontrollierte Studie (RCT), sondern um eine Versorgungsstudie unter den Bedingungen eines Allgemeinkrankenhauses.

Generell weisen zwar alle Schätzungen relativ breite Konfidenzintervalle auf, die aber wahrscheinlich auf die relativ kleine Stichprobe und die moderate Anzahl von Patienten, die ein Delir entwickelten, zurückzuführen sind.

Limitationen

Limitierend ist, dass aufgrund der geringen Fallzahlen (Intervention bei 65 von 320 Patienten) und des Studiendesigns statistisch nicht erfasst werden konnte, inwiefern die einzelnen Interventionsverfahren ein postoperatives Delir verhindern können. Darüber hinaus ist anzumerken, dass in der Interventionsgruppe der Anteil von Patienten mit einem niedrigen Barthel-Index oder einem hohen NOSGER-Score deutlich erhöht war, so dass die Betroffenen in dieser Gruppe demnach körperlich und funktionell schwerer beeinträchtigt waren. Trotz der schlechteren Voraussetzung in der Interventionsgruppe reduzierte die Intervention die Häufigkeit postoperativer Delirien signifikant. Während der Interventionsphase bestand durch die Etablierung einer geriatrischen Abteilung im Krankenhaus eine räumliche Nähe der geriatrischen Abteilung zur Kontrollstation, nicht jedoch zur Interventionsstation. Dennoch konnte auf der Interventionsstation die Häufigkeit postoperativer Delirien im Vergleich zur Kontrollstation signifikant reduziert werden.

In der vorliegenden Arbeit wurde der Schwerpunkt auf die nichtmedikamentöse Intervention zur Prävention postoperativer Delirien gelegt. Ob möglicherweise auch psychopharmakologische Interventionen, zum Beispiel durch die präoperative Gabe von Antipsychotika, präventive Effekte auf ein postoperatives Delir haben, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch offen (10, 38, 39).

Resümee

Nach Meinung der Autoren hat das Verständnis des – die Patienten begleitenden – Fachpersonals für die Risikofaktoren maßgeblichen Einfluss auf die Reduktion des postoperativen Delirs. Die Etablierung eines Delirpflegers, der zum einen das Screening präoperativer Risikofaktoren für ein postoperatives Delir durchführt und zum anderen die Patienten peri- sowie postoperativ mittels kognitiver Aktivierung begleitet, könnte im Rahmen der chirurgischen Behandlung in einem Allgemeinkrankenhaus ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse bei älteren Patienten sein.

Insbesondere das Pflegepersonal wird durch die Tätigkeit eines Delirpflegers im Screening von Risikofaktoren geschult und erlernt einfache Methoden sowie Werkzeuge zur Delirprophylaxe, zum Beispiel die kognitive Aktivierung oder die Validation. Andernfalls könnten Unverständnis oder Unkenntnis darüber beim medizinischen Personal dazu führen, dass postoperative Delirien bei den betroffenen Patienten häufiger auftreten. Deshalb ist es entscheidend, bereits in der medizinischen oder pflegerischen Ausbildung konkrete Behandlungsleitlinien im klinischen Alltag von Krankenhäusern zu integrieren. Die Einstellung eines Delirpflegers könnte aus Sicht der Autoren einen wichtigen Beitrag dafür leisten.

Der Delirpfleger könnte nicht nur durch seine unmittelbare klinische Tätigkeit wirksam werden, sondern hätte in einem multiprofessionellen Team einer chirurgischen Station auch einen erheblichen Schulungseffekt auf alle Beteiligten – im Sinne von „Lernen am Modell“ (40).

Notwendig sind aus der Perspektive der Autoren weitere Untersuchungen mit größeren Patientenanzahlen zur Frage, welche Bedeutung die einzelnen Interventionsverfahren an der Reduktion des postoperativen Delirs haben.

Interessenkonflikt

Prof. Kratz erhielt Vortragshonorare von Janssen-Cilag, Pfizer und Lilly.
Prof. Diefenbacher erhielt Vortragshonorare von Janssen-Cilag.
Herr Heinrich und Dipl.-Geront. Schlauß erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 13. 10. 2014, revidierte Fassung angenommen: 9. 2. 2015

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Torsten Kratz
Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge
Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
Herzbergstraße 79, 10365 Berlin
T.Kratz@keh-berlin.de

Zitierweise
Kratz T, Heinrich M, Schlauß E, Diefenbachern A: The prevention of postoperative confusion—a prospective intervention with psychogeriatric liaison on surgical wards in a general hospital. Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 289–96.
DOI: 10.3238/arztebl.2015.0289

@eMethoden:
www.aerzteblatt.de/15m0289 oder über QR-Code

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik,
Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge Berlin: Prof. Dr. med. Kratz, Herr Heinrich,
Dipl.-Geront. Schlauß, Prof. Dr. med. Diefenbacher MBA
Aufteilung der Patienten entsprechend der durchgeführten Analysen
Aufteilung der Patienten entsprechend der durchgeführten Analysen
Grafik
Aufteilung der Patienten entsprechend der durchgeführten Analysen
Hospital Elder Life Program
Hospital Elder Life Program
Kasten
Hospital Elder Life Program
Verwendete Skalen
Verwendete Skalen
Tabelle 1
Verwendete Skalen
Interventionsverfahren und Anwendungshäufigkeit in der Interventionsgruppe
Interventionsverfahren und Anwendungshäufigkeit in der Interventionsgruppe
Tabelle 2
Interventionsverfahren und Anwendungshäufigkeit in der Interventionsgruppe
Präoperative Unterschiede zwischen Patienten mit operativem Delir und Patienten ohne postoperatives Delir
Präoperative Unterschiede zwischen Patienten mit operativem Delir und Patienten ohne postoperatives Delir
Tabelle 3
Präoperative Unterschiede zwischen Patienten mit operativem Delir und Patienten ohne postoperatives Delir
Präoperative Unterschiede zwischen der Interventions- und Kontrollgruppe
Präoperative Unterschiede zwischen der Interventions- und Kontrollgruppe
Tabelle 4
Präoperative Unterschiede zwischen der Interventions- und Kontrollgruppe
Prädiktoren postoperativer Delirien
Prädiktoren postoperativer Delirien
Tabelle 5
Prädiktoren postoperativer Delirien
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  • Replizierbare Erfolge
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    Gurlit, Simone
  • Schlusswort
    Dtsch Arztebl Int 2015; 112(41): 692; DOI: 10.3238/arztebl.2015.0692b
    Kratz, Torsten

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