ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2015GOÄ-Ratgeber: Abrechnung der speziellen Beratungsleistung nach Nr. 34 GOÄ (II)

PRIVATABRECHNUNG

GOÄ-Ratgeber: Abrechnung der speziellen Beratungsleistung nach Nr. 34 GOÄ (II)

Dtsch Arztebl 2015; 112(17): A-794 / B-670 / C-646

Rieckenberg, Thorsten

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Die bisher unveränderte GOÄ-Nr. 34 zählt zu den speziellen Beratungsleistungen und kann nur dann in Rechnung gestellt werden, wenn die Leistungslegende vollständig erfüllt ist. Ansonsten ist auf die GOÄ-Nrn. 1 ff. zu allgemeinen Beratungen auszuweichen. Auch eine analoge Bewertung nach § 6 Abs. 2 der GOÄ kommt bei Fehlen einer der genannten Voraussetzungen nicht infrage.

Die GOÄ-Nr. 34 ist demnach nur dann anzusetzen, wenn mindestens folgende Bestandteile der Leistungslegende erfüllt sind:

1. Dauer mindestens 20 Minuten (zeitlich zusammenhängend)

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2. in unmittelbarem Zusammenhang mit der Feststellung oder erheblichen Verschlimmerung

3. einer nachhaltig lebensverändernden oder lebensbedrohenden Erkrankung

4. gegebenenfalls unter Einbeziehung von Bezugspersonen.

Die Voraussetzung des unmittelbaren Zusammenhanges mit der Feststellung oder erheblichen Verschlimmerung der Erkrankung bezieht sich auf die Feststellung der Diagnose. Insofern ist aber nicht zwingend eine zeitliche Bindung notwendig. Hinreichend ist ein sachlicher Zusammenhang zwischen Diagnosefeststellung und Erörterung derselben mit dem Patienten.

Was unter nachhaltig lebensverändernd oder lebensbedrohend zu verstehen ist, wurde bereits im GOÄ-Ratgeber „Nachhaltig lebensverändernde Erkrankungen“ (DÄ, Heft 50/2009), dargestellt. Hiernach kann nicht jedes länger andauernde Gespräch und die Erörterung der Erkrankung mit der GOÄ-Nr. 34 bewertet werden. Im Wege der Auslegung wird der Begriff beziehungsweise Anwendungsbereich der „nachhaltig lebensverändernden Erkrankung“ durch den Zusatz „oder lebensbedrohend“ darüber hinausgehend erheblich eingeschränkt.

Die GOÄ-Nr. 34 bezieht die Beteiligung von Bezugspersonen mit ein, sodass ein Ansatz der GOÄ-Nr. 4 daneben nicht möglich ist.

Dem Kommentar zur Gebührenordnung für Ärzte von Brück et al. (2014) zufolge scheidet eine Erbringung der GOÄ-Nr. 34 auf telefonischem Weg im Gegensatz zu den GOÄ-Nrn. 1 und 3 grundsätzlich aus, da die Bedeutung der Beratung bei den zugrunde liegenden Erkrankungen in der Regel einen unmittelbaren Arzt-Patienten-Kontakt erfordert.

Zusätzlich ist bestimmt, dass die GOÄ-Nr. 34 innerhalb von sechs Monaten höchstens zweimal berechnungsfähig ist. Nach Ablauf dieser Frist ist eine erneute maximal zweimalige Erörterung innerhalb von sechs Monaten wieder möglich.

Hinzuweisen ist noch darauf, dass die verkürzte Darstellung der Leistungslegende in der Rechnungslegung (zum Beispiel lediglich „Erörterung einer Erkrankung – Dauer mindestens 20 Minuten“) als sehr problematisch anzusehen wäre. Diese Verkürzung gibt nicht den Leistungsinhalt korrekt und nachvollziehbar wieder. Darüber hinaus wäre hierbei eine sachgemäße Prüfung der Rechnungslegung dieser Gebührenposition durch den Zahlungspflichtigen nicht uneingeschränkt möglich. Thorsten Rieckenberg

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