ArchivDeutsches Ärzteblatt17/1999Amisulprid: Ein neues atypisches Neuroleptikum

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Amisulprid: Ein neues atypisches Neuroleptikum

Dtsch Arztebl 1999; 96(17): A-1143 / B-975 / C-915

EB

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LNSLNS Der Langzeitverlauf der Schizophrenie kann durch eine frühzeitige antipsychotische Therapie maßgeblich verbessert werden, die Compliance scheitert jedoch häufig an therapiebedingten extrapyramidalmotorischen Nebenwirkungen, der Verstärkung kognitiver Störungen oder starker Gewichtszunahme. Die Einführung des atypischen Neuroleptikums Amisulprid (Solian®, Synthelabo), das umfassend gegen alle Symptome schizophrener Störungen wirkt und durch ein sehr günstiges Nebenwirkungsprofil gekennzeichnet ist, wird von Experten daher als Meilenstein in der Akut- und Erhaltungstherapie schizophrener Störungen gewertet.
Aufgrund seines besonderen Rezeptorprofils - hochdosiert blockiert der selektive D2/D3-Rezeptorantagonist die postsynaptischen und niedrig dosiert die präsynaptischen Dopaminrezeptoren - lindert Amisulprid über eine dopaminerge Hemmung die Positivsymptomatik der Schizophrenie und verbessert durch dopaminerge Aktivierung auch die Negativsymptome. Selektive Affinität
Umfangreiche Studien haben bestätigt, daß Amisulprid bei akuter Schizophrenie die Positivsymptome mindestens ebensogut kontrolliert wie Haloperidol oder Risperidon und deutliche Vorteile bei der Linderung von Affektarmut, Aufmerksamkeitsstörungen und Antriebsminderung zeigt. Bei chronischer Schizophrenie mit vorherrschender Negativsymptomatik wirkt Amisulprid als erstes Neuroleptikum spezifisch gegen die primären Negativsymptome.
Aufgrund der selektiven Affinität von Amisulprid für die mesolimbischen D2/D3-Dopaminrezeptoren treten unter der Therapie signifikant seltener extrapyramidalmotorische Nebenwirkungen als unter Standardneuroleptika auf. Durch fehlende Bindung an andrenerge, serotonerge, histaminerge und cholinerge Rezeptoren sind Sedierung, unerwünschte kardiovaskuläre Wirkungen oder Gewichtsprobleme kaum zu erwarten.
Nachdem Solian® bereits seit zehn Jahren erfolgreich in Frankreich eingesetzt wird, steht es jetzt seit Jahresbeginn auch in Deutschland für die Behandlung von akuten und chronischen schizophrenen Störungen mit Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Denkstörungen, Feindseligkeit oder Mißtrauen sowie bei primär negativen Zuständen mit Affektverflachung oder emotionalem und sozialem Rückzug zur Verfügung. EB
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