ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2015Heilmittelversorgung: Ärzte sprechen sich gegen Direktzugang aus

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Heilmittelversorgung: Ärzte sprechen sich gegen Direktzugang aus

Dtsch Arztebl 2015; 112(17): A-754

Hillienhof, Arne

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Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat davor gewarnt, Patienten ohne ärztliche Verordnung Physiotherapeuten, Logopäden und andere Heilmittelerbringer aufsuchen zu lassen. Ein aktuelles Positionspapier der AG Gesundheit der Unionsfraktionen kündigt an, einen solchen Direktzugang zu prüfen. Die Heilmittelerbringer könnten die Patienten dann ohne Verordnung zulasten der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung behandeln.

Ohne ärztliche Verordnung zum Logopäden? In der Union denkt man über ein solches Modell nach. Foto: Your Photo Today
Ohne ärztliche Verordnung zum Logopäden? In der Union denkt man über ein solches Modell nach. Foto: Your Photo Today

„Nur der Arzt kennt die komplette Krankheitsgeschichte seiner Patienten. Gerade die Diagnose und Indikationsstellung müssen in ärztlicher Hand bleiben“, sagte KBV-Vorstand Dipl.-Med. Regina Feldmann. Die Ärzte seien gerne bereit, über Entlastungen und eine intensive Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen zu sprechen, aber der ungesteuerte Direktzugang von Patienten zu Heilmittelerbringern sei „dafür nicht zielführend“, erklärte Feldmann. Sie wies darauf hin, dass die Mehrzahl der Patienten, die Heilmittel benötigten, an komplexen Erkrankungen leide. Diese bedürften einer besonderen differenzialdiagnostischen ärztlichen Begutachtung. „Ärzte haben hier eine unverzichtbare Koordinierungsrolle. Entfällt diese durch einen unsteuerbaren Direktzugang, so ist auch zu hinterfragen, wer die Gesamtverantwortung für eine Behandlung trägt. Dies kann nicht im Interesse der Patienten liegen“, sagte Feldmann.

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Auf offene Haftungsfragen bei einem Direktzugang wies der KBV-Vorstandsvorsitzende, Dr. med. Andreas Gassen, hin. „Geklärt werden muss in diesem Zusammenhang auch, bei wem die Haftung für die Folgen einer Behandlung liegt. Nicht zuletzt wäre auch festzulegen, wer die Budgetverantwortung für diese Behandlungen trägt“, sagte er. hil

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