ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2015Frage der Woche an . . . Dr. med. Christian Thomeczek, kommissarischer Leiter des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ)

ÄRZTESTELLEN: Frage der Woche

Frage der Woche an . . . Dr. med. Christian Thomeczek, kommissarischer Leiter des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ)

Welche Projekte haben Sie in den vergangenen zehn Jahren initiiert, um die Patientensicherheit zu verbessern?

Dtsch Arztebl 2015; 112(17): [4]

Glöser, Sabine

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Welche Projekte haben Sie in den vergangenen zehn Jahren initiiert, um die Patientensicherheit zu verbessern?

Thomeczek: Das Programm für Nationale Versorgungsleitlinien im Auftrag von Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) trägt sicherlich zur Patientensicherheit bei, indem es evidenzbasierte Leitlinien generiert.

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Daneben gibt es insbesondere zwei Projekte, die die Patientensicherheit in Deutschland verbessert oder implementiert haben: Zum einen das Fortbildungskonzept Patientensicherheit, ein Curriculum, das Soft-Skills wie Kommunikation und Teamfähigkeit sowie Wissen zu Human-Factors vermittelt, die in der Patientensicherheit unabdingbar sind. Zum anderen haben wir 2005 mit der Implementierung eines Fehlerberichts- und Lernsystems begonnen, das sich in den Folgejahren zum virtuellen „Netzwerk-CIRSmedical“ entwickelt hat.

Seit 2006 baut das ÄZQ das von der KBV initiierte Internetangebot als offenes, Internet-basiertes anonymes Berichts- und Lernsystem der deutschen Ärzteschaft für kritische Ereignisse in der Medizin aus. Zurzeit bietet es Zugriff auf mehr als 5200 anonymisierte Berichte zu kritischen Zwischenfällen, die für jedermann einsehbar und recherchierbar sind. Das ÄZQ hat es in den letzten zehn Jahren geschafft, mehr als 130 Krankenhausabteilungen, zwölf Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie zwei weitere Berichtssysteme zusammen zu vernetzen.

Hervorzuheben ist insbesondere die Kooperation mit dem Aktionsbündnis Patientensicherheit, der Deutschen Krankenhausgesellschaft sowie dem Deutschen Pflegerat im Krankenhaus-CIRS-Netz Deutschland. Dort werden besonders interessante Fälle publiziert, nachdem eine Steuergruppe sie analysiert hat. Ebenso haben wir in einem Projekt mit der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin und dem Berufsverband Deutscher Anästhesisten eine fachgebundene Plattform zum Risikomanagement in der Anästhesie geschaffen. Daraus werden regelmäßig zusätzliche Cluster-Analysen generiert. Ein erstes bundeslandweites Portal stellen die Ärztekammern wie auch die KVen Nordrhein und Westfalen-Lippe zusammen mit der Krankenhausgesellschaft Nordrhein mit CIRS-NRW für Nordrhein-Westfalen bereit.

Das ÄZQ hat durch die Implementierung dieses für das Risikomanagement wichtige Instrument CIRS eine Plattform für die deutsche Ärzteschaft geschaffen, die auch in den Regelungen des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses Beachtung findet. sg

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