ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2015Neuropädiatrie: Umfangreiches Nachschlagewerk

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Neuropädiatrie: Umfangreiches Nachschlagewerk

Dtsch Arztebl 2015; 112(17): A-788 / B-664 / C-642

Elger, Christian E.

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Der Autor legt ein umfassendes Werk zur kindlichen Elektroencephalographie (EEG) vor. Nach einer Einführung in die Technik der EEG-Ableitung beim Kind beschreibt er Graphoelemente und deren Terminologie. Besonders thematisiert werden Artefakte bei der kindlichen EEG. Zudem bekommt der Leser Vorschläge zur EEG-Auswertung. Das anschließende Kapitel befasst sich mit der normalen EEG. Der Autor beschreibt, in sinnvolle Abschnitten abgestuft, die kindliche EEG in der Wachphase und in der Schlafphase. Ein weiterer Abschnitt beschäftigt sich mit den Aktivierungsmethoden und mit den Auswirkungen von Medikamentengaben auf die EEG. Normvarianten und Probleme werden ebenfalls behandelt. Das nächste Kapitel behandelt die pathologische EEG – zunächst vonseiten der Grundaktivität her und dann in Bezug auf epilepsiespezifische Potenziale.

Nach dieser systematischen Einführung folgt ein ausführlicher Abschnitt über die Epilepsiesyndrome im Kindes- und Jugendalter. Dies reicht von neonatalen und frühkindlichen Epilepsiesyndromen bis hin zur juvenilen myoklonischen Epilepsie und zur Aufwach-Grand-Mal-Epilepsie. Anschließend werden genetische Syndrome, wie das Angelman-Syndrom, Prader-Willi-Syndrom, CDKL5-Mutationen, Rett- Syndrom, erläutert. Auch die EEG bei sonstigen neuropädiatrischen Erkrankungen findet Erwähnung im Werk. Dieses Kapitel gliedert sich in weitere Krankheitsbilder: psychogene Anfälle, Migräne, Hydrozephalus, Hirnfehlbildungen, Schädel-Hirn-Trauma, Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom.

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Die folgenden Kapitel informieren den Leser über spezielle Probleme der pädiatrischen EEG. Dazu gehören die EEG bei Früh- und Neugeborenen, die amplitudenintegrierte EEG in der Kinderheilkunde sowie die EEG bei Kindern und Jugendlichen, insbesondere bei psychiatrischen Problemen, und das Notfall-EEG. Ein letzter Abschnitt beschäftigt sich mit den EEG-Veränderungen, wie sie im Rahmen der pädiatrischen prächirurgischen Epilepsiediagnostik registriert werden.

Der Autor setzt gut ausgewählte Kurvenbeispiele und Illustrationen ein. Die Struktur der einzelnen Kapitel ist übersichtlich. Der illustrative Text gibt wichtige Aspekte für die jeweilige Fragestellung wieder. Das Werk profitiert von der außerordentlichen Erfahrung des Autors. Ein derartiges Buch liegt im deutschsprachigen Raum bisher nicht vor. Es ist allen am Thema Interessierten ohne Einschränkung zu empfehlen. Christian E. Elger

Franz Staudt: Kinder-EEG. Thieme, Stuttgart 2014, 320 Seiten, gebunden, 119,99 Euro

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