ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2015Tayfun Tilkicik: Beistand für muslimische Patienten

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Tayfun Tilkicik: Beistand für muslimische Patienten

Dtsch Arztebl 2015; 112(17): A-789 / B-665 / C-643

Klinkhammer, Gisela

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Neben der christlichen Krankenhausseelsorge mit katholischen und evangelischen Geistlichen gibt es am Universitätsklinikum Bonn jetzt auch einen islamischen Beistand, der sich um die Nöte und Ängste von Patienten und ihren Angehörigen kümmert. Elf Monate hat Tayfun Tilkicik am Mannheimer Institut für Integration und interreligiösen Dialog eine Ausbildung absolviert und diese im November vergangenen Jahres als ehrenamtlicher islamischer Seelsorger mit Zusatzausbildung zur islamischen Krankenhausseelsorge abgeschlossen.

Tayfun Tilkicik, Foto: UKB Ukom/R. Müller
Tayfun Tilkicik, Foto: UKB Ukom/R. Müller

Der 25-Jährige ist bereits seit 2012 am Bonner Uniklinikum tätig, bisher hauptberuflich als Gesundheits- und Krankenpfleger auf der Intensivstation der Neurochirurgie. Bei der Arbeit wuchs sein Wunsch, die Schwerkranken auch mental zu unterstützen. „Für mich ist ein ganzheitlicher Ansatz bei der Versorgung eines Menschen von zentraler Bedeutung“, sagt Tilkicik. Er ist selbst muslimisch aufgewachsen und hatte sich bereits früh in der islamischen Jugendarbeit engagiert. „Auch die islamischen Familien werden immer kleiner, und die Berufseinbindung wird immer stärker, wodurch die Zeit für Fürsorge und seelische Pflege sich immer mehr verkürzt. Zudem reisen viele Patienten von außerhalb an und haben keine Familie in der Nähe. Ich versuche, diese Lücke ein Stück weit zu schließen und Beistand zu leisten“, so Tilkicik. „Es wurde höchste Zeit, neben dem christlichen auch islamischen Beistand anzubieten“, betont auch Prof. Dr. med. Wolfgang Holzgreve, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums. Gisela Klinkhammer

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