ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2015Therapieoption vergessen
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Die Autoren gehen auf eine Vielzahl von therapeutischen Möglichkeiten bei Uterusmyomen ein (1), unter anderem auf den MRT-gesteuertem hoch-fokussierten Ultraschall (MRgHIFU). Nicht erwähnt wird die Therapieoption mittels Ultraschall-gesteuerten hochintensivem fokussiertem Ultraschall (USgHIFU), die seit 05/2014 in Deutschland verfügbar ist. Zurzeit werden weltweit 140 USgHIFU-Systeme in 17 Ländern angewendet, neun davon in Europa.

Vorteil der USgHIFU-Geräte im Vergleich zum MRgHIFU sind vor allem die größeren und leistungsstärkeren Transducer, so dass eine kürzere und effektivere Behandlung möglich ist. Zudem ist dieses Verfahren weniger anfällig für Bewegung und erlaubt eine flexiblere Patientenlagerung. Der USgHIFU verfügt über ein anatomisches Echtzeit-Background und das direkte Monitoring der Ablation erfolgt durch Grauwert-Änderungen.

Die Wirksamkeit und Sicherheit des USgHIFU-Verfahrens konnte weltweit in zahlreichen Studien belegt werden. Beispielsweise konnten nach der Behandlung mit USgHIFU avaskuläre Myomareale von 80 ± 12 % (n = 76) (2) und 77 ± 19 % (n = 282) (2) bei sehr niedriger Nebenwirkungsrate erreicht werden, zudem wurde eine signifikante Beschwerdelinderung erzielt.

Beim prospektiven Vergleich des USgHIFU (n = 89) mit der laparoskopischen Myomektomie (n = 41) bei symptomatischen Uterusmyomen waren der stationäre Aufenthalt und die Rückkehr in den normalen Alltag bei der HIFU-Gruppe signifikant kürzer (Mittelwert [MW] 2,9 Tage versus 6,2 Tage und 4,5 Tage versus 10,9 Tage) (3).

Nach erfolgter HIFU-Behandlung besteht derzeit kein Anhalt für ein erhöhtes Abortrisiko. Es gibt bisher etwa 100 publizierte Fälle einer Schwangerschaft nach USgHIFU. Beispielsweise traten innerhalb des ersten Jahres 24 unerwartete Schwangerschaften bei 435 behandelten Patientinnen auf, acht von ihnen hatten vor der Schwangerschaft einen Kinderwunsch (4). Die HIFU-Behandlung erhöhte nicht die Komplikationsrate und hatte keine negativen Auswirkungen auf die sexuellen Aktivitäten und den Menstruationszyklus.

DOI: 10.3238/arztebl.2015.0328a

Prof. Dr. med. Holger Strunk

Dr. med. Dr. rer. nat. Milka Marinova

Radiologische Universitätsklinik Bonn

holger.strunk@ukb.uni-bonn.de

1.
Boosz AS, Reimer P, Matzko M, Römer T, Müller A: The conservative and interventional treatment of fibroids. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 877–83 VOLLTEXT
2.
Zhao WP, Chen JY, Zhang L, et al.: Feasibility of ultrasound-guided high intensity focused ultrasound ablating uterine fibroids with hyperintense on T2-weighted MR imaging. Eur J Radiol 2013; 82: e43–9 CrossRef MEDLINE
3.
Wang F, Tang L, Wang L, et al.: Ultrasound-guided high-intensity focused ultrasound vs laparoscopic myomectomy for symptomatic uterine myomas. J Minim Invasive Gynecol 2014; 21: 279–84 CrossRef MEDLINE
4.
Qin J, Chen JY, Zhao WP, Hu L, Chen WZ, Wang ZB: Outcome of unintended pregnancy after ultrasound-guided high-intensity focused ultrasound ablation of uterine fibroids. Int J Gynaecol Obstet 2012; 117: 273–7 CrossRef MEDLINE
1.Boosz AS, Reimer P, Matzko M, Römer T, Müller A: The conservative and interventional treatment of fibroids. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 877–83 VOLLTEXT
2.Zhao WP, Chen JY, Zhang L, et al.: Feasibility of ultrasound-guided high intensity focused ultrasound ablating uterine fibroids with hyperintense on T2-weighted MR imaging. Eur J Radiol 2013; 82: e43–9 CrossRef MEDLINE
3.Wang F, Tang L, Wang L, et al.: Ultrasound-guided high-intensity focused ultrasound vs laparoscopic myomectomy for symptomatic uterine myomas. J Minim Invasive Gynecol 2014; 21: 279–84 CrossRef MEDLINE
4.Qin J, Chen JY, Zhao WP, Hu L, Chen WZ, Wang ZB: Outcome of unintended pregnancy after ultrasound-guided high-intensity focused ultrasound ablation of uterine fibroids. Int J Gynaecol Obstet 2012; 117: 273–7 CrossRef MEDLINE

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