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Eine 54-jährige Patientin berichtet ihrer Hausärztin, dass sie im Laufe des Tages immer größer werdende Schwierigkeiten hat, die Augen offen zu halten. Bei der Patientin fallen tief stehende Oberlider auf, die ihr einen müden Gesichtsausdruck verleihen. Nach Aufforderung, die Augen rasch hintereinander zuzukneifen und wieder zu öffnen, wird die Lidspalte zunehmend kleiner, da die Lider immer weiter absinken.

Im Serum sind stark erhöhte Antikörper gegen den Acetylcholinrezeptor nachweisbar.

Die Computertomographie des Thorax zeigt einen etwa 5 cm großen retrosternalen Tumor (Bild 1). Bild 2 zeigt den histopathologischen Befund des Tumors nach chirurgischer Entfernung.

Retrosternaler Tumor an der Aortenwurzel (Pfeile)
Bild 1
Retrosternaler Tumor an der Aortenwurzel (Pfeile)
Tumorgewebe (links) im Thymus (rechts)
Bild 2
Tumorgewebe (links) im Thymus (rechts)

Auflösung

Die Patientin hat ein Thymom. Das ist ein – in den meisten Fällen gutartiger – Tumor des Thymus.

Hintergrund

Die Tumorzellen produzieren Autoantikörper gegen den Acetylcholinrezeptor von Muskelzellen. Hierdurch kommt es zur Störungen der neuromuskulären Übertragung mit abnormaler muskulärer Ermüdbarkeit. Diese als Myasthenia gravis bezeichnete Erkrankung manifestiert sich typischerweise an den Augen.

Therapie

Nach chirurgischer Entfernung ist die Myasthenie nicht mehr nachweisbar.

PD Dr. med. Helene Geddert, St. Vincentius-Kliniken, Karlsruhe

Retrosternaler Tumor an der Aortenwurzel (Pfeile)
Bild 1
Retrosternaler Tumor an der Aortenwurzel (Pfeile)
Tumorgewebe (links) im Thymus (rechts)
Bild 2
Tumorgewebe (links) im Thymus (rechts)

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