ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2015Down-Syndrom: „Testangebot beinhaltet keine Stigmatisierung“

AKTUELL

Down-Syndrom: „Testangebot beinhaltet keine Stigmatisierung“

Richter-Kuhlmann, Eva

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Die Bundesregierung befürwortet eine gesellschaftliche Debatte über neue Methoden zur Früherkennung genetisch bedingter Krankheiten. Eine Gefahr, dass der neue Bluttest auf Trisomie 21 der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen widerspricht, sieht sie aber nicht. Das geht aus ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage hervor (18/4574). Abgeordnete aller Bundestagsfraktionen hatten sich an die Bundesregierung gewandt, weil sie befürchten, dass die breite Anwendung des Bluttests eine erhöhte Abtreibungsrate nach sich ziehen könnte. „Das Angebot beinhaltet für sich genommen keine negative Wertung, Stigmatisierung oder Stereotypisierung“, erklärte Annette Widmann-Mauz (CDU), Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, in ihrer Antwort. Es gelte, werdende Eltern durch Beratungsangebote in ihrer Entscheidung für ein behindertes Kind zu stärken. Bundesweite Daten zu vorgeburtlichen Tests auf Trisomie 21 sowie damit zusammenhängenden Abtreibungen liegen bislang allerdings nicht vor.

Umstrittener Bluttest: Kritiker befürchten, dass dadurch die Abtreibungsrate behinderter Kinder steigt. Foto: dpa
Umstrittener Bluttest: Kritiker befürchten, dass dadurch die Abtreibungsrate behinderter Kinder steigt. Foto: dpa

Zurzeit prüft der Gemeinsame Bundesausschuss, ob die pränatalen Bluttests gemäß § 137 e SGB V erprobt werden sollen. Fällt das Erprobungsverfahren positiv aus, könnten die Tests in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen werden. ER

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote