ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2015Börsebius: San’s deppert?

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Börsebius: San’s deppert?

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Gestern war ich in „Das ewige Leben“. Das ist ein wunderbarer Film mit einem für mich völlig unerwarteten schwarzen österreichischen Humor, der dann aber so unerwartet gar nicht ist, basiert er nämlich auf dem gleichnamigen Roman von Wolf Haas, der wie kein anderer dieses Genre zu pflegen imstande ist. Ich will Ihnen auch nicht zu viel verraten über den Film, in dem der schrullige Detektiv Brenner, famos gespielt vom Kabarettisten Josef Hader, seinen eigenen „Mord“ aufklärt. Aber in dem Zusammenhang fiel mir heute Nacht ein (und auf), wie der Alltagswiener durchaus auch schon mal imstande ist, seine Verwunderung über einen ganz und gar nicht kommoden Menschen mit der Frage „San´s deppert?“ auszudrücken. Und jeder weiß, eine Beleidigungsanzeige lohnt sowieso nicht.

Die Frage liegt einem auch und erst recht in der verrückten Welt der Börsen und Finanzmärkte auf der Zunge – oder am Herzen, je nachdem. Was einige griechische Politiker, allen voran die Herren Varoufakis und Tsipras, derzeit zelebrieren, ist schon ein besonderes Schauspiel nach dem Motto „Wie führe ich Europa vor und verspiele dabei jeden Kredit“. Und doch ist das Drama nichts anderes als die drohende Abspaltung eines ganzen Volkes vom europäischen Kontext und gegenseitiger Fairness. Ob Mario Draghis billionenschweres Anleihe-Kaufprogramm von den Historikern später einmal als Blödheit des Jahrtausends eingestuft werden wird, ist ja noch offen, aber möglich. Wahr ist aber heute schon, dass Millionen von Sparern mit Nichtzinsen gequält werden und ein Ende der Durststrecke noch lange nicht in Sicht ist.

Und wem die Beispiele nicht genügen, da gibt es noch die Deutsche Bank, die sich nicht scheut, Milliarden für Prozesse zu verplempern und im Libor-Skandal eine höchst unrühmliche Rolle zu spielen, aber gleichwohl nicht in der Lage ist, eine strategische Neuausrichtung zu schaffen. Und von Herrn Weselsky von der GdL will ich gar nicht sprechen. San´s denn jetzt alle deppert? Blöd eben. Natürlich nicht, welche Frage. Aber a bisserl scho. A bisserl viel halt.

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Wie an jedem 1. Samstag des Monats, können Sie auch am 2. Mai 2015 in der Zeit von 9 bis 13 Uhr Börsebius (Diplom-Ökonom Reinhold Rombach) anrufen (0221 985480-20). Die kostenfreie Telefonberatung ist ein spezieller Service des Deutschen Ärzteblattes für seine Leser.

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