ArchivDeutsches Ärzteblatt22/1996Sterben in Würde. Die Hospizbewegung zum Streit um die Euthanasiebewegung

SPEKTRUM: Bücher

Sterben in Würde. Die Hospizbewegung zum Streit um die Euthanasiebewegung

Perspektiven, Mainzer

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Sterben in Würde
Sterben in Würde. Die Hospizbewegung zum Streit um die Euthanasiebewegung. Mainzer Perspektiven. Orientierungen I, 104 Seiten, Broschur, 6 DM, erhältlich zuzüglich Portokosten bei der Öffentlichkeitsarbeit im Bistum Mainz, Postfach 1560, 55005 Mainz (Zahlungen per Rechnung, Briefmarken oder in bar)
Ärztliche und seelsorgerliche Mitarbeiter aus Hospizeinrichtungen in München, Halle, Mainz stellen die Ergebnisse und Erfahrungen ihrer Arbeit zur Diskussion und der Euthanasiedebatte entgegen.
Klaus Kutzner, Jurist am Bundesgerichtshof Karlsruhe, steuert mit seinem Beitrag wichtige Aspekte aus juristischer Sicht bei, perspektivreich, praxisnah und äußerst durchdacht! Die seit 1993 in den Niederlanden de facto legalisierte aktive Euthanasie steht in einer an vielen Stellen sehr deutlich abgegrenzten Position zu den langjährigen und eingehenden Erfahrungen der Hospizmitarbeiter.
Mit großer Sorge nimmt man zur Kenntnis, daß holländische Patienten wohlindizierte Morphinpräparate aus Angst vor unerwünschter Euthanasie nicht einnehmen. Untersuchungen belegen einen zunehmenden Mißbrauch der Euthanasiegesetzgebung in den Niederlanden. Die Hospizbewegung kann viele Anforderungen an ein Sterben des Patienten in Würde erfüllen, wenn die Möglichkeiten der Palliativmedizin, einer adäquaten Schmerztherapie und wirklich engagierten psychischen und seelsorgerlichen Betreuung ausgeschöpft werden. Dann wird in der Mehrzahl der Fälle bei der Begleitung über den letzten Lebensabschnitt die aktive Euthanasie nicht zur Diskussion stehen, weil die Zielstellung eines menschenwürdigen Sterbens bereits erreicht ist.
Ungeachtet solcher praktischen Erörterungen standen prinzipielle Fragen zur begrifflichen Klärung der Grundwerte der Menschenwürde, der Bestimmung des "Sterbens in Würde", zu den Grenzen des ärztlichen Behandlungsauftrages und damit der Pflicht zur Lebenserhaltung und zum Recht des Patienten auf die Gestaltung der letzten Lebensphase und einen eigenen, individuellen Tod zur Diskussion.
Andreas Dehne, Siegen
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