ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2015Randnotiz: Die Nase vorn haben
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Kürzlich besuchte ich meine Nachbarin im Krankenhaus. Schon im Foyer schlug mir der unverwechselbare Geruch von Desinfektionsmitteln gepaart mit mittäglichem Kantinenessen entgegen – der typische Krankenhausgeruch halt. Diese Kombination von Ort und Geruch sorgt für Naserümpfen und weckt bei vielen unangenehme Erinnerungen. Ein schlechter Start im Krankenhaus, sowohl für den Besucher als auch für den Patienten.

Dabei schützt der Geruchssinn nicht nur vor Gefahren (zum Beispiel vor verdorbenen Nahrungsmitteln). Er ist auch für das eigene Wohlbefinden sehr wichtig. „Sich gut riechen können“ ist nicht nur ein Sprichwort, sondern durch die Lehre von den Pheromonen bewiesen. Liebe geht eben auch durch die Nase. Die Zahl der Parfümerien in deutschen Innenstädten ist der sichtbare Beweis dafür, dass der Mensch beim Geruch auch gerne nachhilft. Nicht von ungefähr gibt es Duftdesigner für Autos (der Neuwagenduft kommt nicht von der Innenausstattung!). In Japan ist es einem Bericht der Tageszeitung „Die Welt“ zufolge schon seit Jahren üblich, Eukalyptus-Geruch in Büros und Schulen zu versprühen, um die Konzentration zu fördern. Luxushotels bedienen sich ebenfalls dieses Duft-Marketings, um in Erinnerung zu bleiben.

So wundert es nicht, dass Raumdüfte ein neues Geschäftsmodell sind, das Zukunft verspricht, wie die „Welt“ berichtet. Ein Marktforschungsinstitut hat in einer Studie festgestellt, dass sich vier von fünf Entscheidern vorstellen können, in ihrer Firma Duftstoffe einzusetzen. Sollte sich ein Krankenhausträger für das Thema sensibilisieren lassen, könnte er die Nase vorn haben. Aber mit welchem Duft?

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