ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2015Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS): Methylphenidat-Verbrauch geht zurück

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Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS): Methylphenidat-Verbrauch geht zurück

Hillienhof, Arne

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Der Verbrauch des ADHS-Mittels Methylphenidat ist das zweite Jahr in Folge in Deutschland leicht zurückgegangen. Mit 1 716 Kilogramm wurden im vergangenen Jahr rund fünf Prozent des Ritalin-Wirkstoffs weniger angewendet als 2013, wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mitteilte. Nachdem sich der Verbrauch in Deutschland zwischen 2002 und 2012 verdreifacht hatte, ging er bereits 2013 um knapp zwei Prozent zurück. Weltweit hatten die Vereinten Nationen noch vor einem Monat deutlich gestiegene Zahlen vermeldet.

Die Anwendungsbedingungen für Methylphenidat wurden 2009 in Deutschland eingeschränkt. Foto: Fotolia/djama
Die Anwendungsbedingungen für Methylphenidat wurden 2009 in Deutschland eingeschränkt. Foto: Fotolia/djama

Methylphenidat ist zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung ADHS zugelassen. 2009 waren die Anwendungsbedingungen aufgrund der stark gestiegenen Verordnungszahlen in Deutschland eingeschränkt worden. So darf das Mittel zum Beispiel Kindern und Jugendlichen nur noch unter Aufsicht von Spezialisten für Verhaltensstörungen verabreicht werden.

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Das BfArM begrüßte den Rückgang. Der Umgang mit dem Wirkstoff brauche weiterhin ein besonderes Augenmaß, um Patienten vor unkritischer Überversorgung zu schützen, mahnte BfArM-Präsident Karl Broich. Patienten, bei denen nicht medikamentöse Maßnahmen keine ausreichenden Erfolge zeigten, müssten aber weiterhin Zugang zu dieser Behandlungsoption haben.

Auch Erwachsene können ADHS haben. Die Zulassung von Methyl-phenidat für die Behandlung Erwachsener im April 2011 hat sich nach Angaben des Bundesinstituts aber kaum auf den Verbrauch ausgewirkt.

Nach Angaben des UN-Sucht-stoffkontrollrates (INCB) ist der Gebrauch der Substanz weltweit zwischen 2012 und 2013 um 66 Prozent angestiegen. Den starken Anstieg führt der Kontrollrat unter anderem auf den Mangel an genauen Verschreibungsrichtlinien zurück. hil

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