ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2015Sebastião Salgado im C/O Berlin: Schönheit des Ursprünglichen

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Sebastião Salgado im C/O Berlin: Schönheit des Ursprünglichen

Bühring, Petra

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Large sand dunes between Albrg and Tin Merzouga, Tadrart. South of Djanet. Algeria. 2009. Sebastião Salgado/Amazonas images
Large sand dunes between Albrg and Tin Merzouga, Tadrart. South of Djanet. Algeria. 2009. Sebastião Salgado/Amazonas images

Acht Jahre lang war der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado für sein Genesis-Projekt in den entlegensten Teilen der Erde unterwegs.

Archaische Vulkanlandschaften, arktische Eismassen, mäandernde Flüsse, nebelumhüllte Gebirgsketten, ursprüngliche Regenwälder und endlose Sanddünen – das Genesis-Projekt des brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado ist eine visuelle Hommage an die Erde. Genesis – das Werden, Entstehen, ist auch der Ursprung des menschlichen Daseins und damit zutiefst humanistisch.

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Salgado dokumentiert in Schwarz-Weiß-Fotografien die überwältigende Schönheit unberührter Flora und Fauna sowie indigener Völker. C/O Berlin präsentiert als erster Ausstellungsort in Deutschland Genesis mit 245 Fotografien. Die Ausstellung wurde, wie bereits viele andere zuvor, von seiner Frau Lélia Wanick Salgado gestaltet und kuratiert.

Sein ästhetisch beeindruckender, großformatiger Bilderzyklus ist das Ergebnis einer langjährigen Expedition mit dem Ziel, über die Fotografie das Bewusstsein für die Kostbarkeit der letzten unberührten Winkel der Erde zu schärfen. Das Genesis-Projekt ist Salgados Appell an die Zivilisation, einen Teil des Planeten in seiner Ursprünglichkeit und faszinierenden Diversität zu bewahren. 46 Prozent der Landmasse auf der Erde sind immer noch so unberührt wie am Tag der Schöpfung und haben sich in der Erdgeschichte bisher kaum verändert. Innerhalb von acht Jahren hat der Fotograf 32 Reisen in diese Gebiete unternommen – in kleinen Propellerflugzeugen, zu Fuß, mit dem Schiff, im Faltkanu und im Fesselballon. Er war unterwegs in klimatischen Extremen und unwegsamen Gebieten fernab der Zivilisation. Formal beeindrucken seine Fotografien durch feine Schattierungen und Grauabstufungen sowie scharfe Hell-Dunkel-Kontraste. Gerade aufgrund der bewussten, ruhigen Komposition aus klaren Strukturen, Linien und Formen üben seine Bilder eine starke Anziehungskraft aus.

Mit dem Genesis-Projekt wendet der 1944 geborene Salgado seinen Blick erstmals auch vom Menschen ab. Bisher hat der sozial engagierte Fotojournalist das Leben der Menschen am unteren Ende der Gesellschaft, und vor allem in der Dritten Welt, dokumentiert. Berühmt geworden ist zum Beispiel seine Fotoreportage von 1986 über hart arbeitende Goldschürfer in einer brasilianischen Goldmine. Petra Bühring

„Sebastião Salgado. Genesis“ ist bis zum 16. August zu sehen im C/O Berlin, Hardenbergstraße 22–24, 10623 Berlin. www.co-berlin.org. Im Taschen Verlag, Köln, ist ein Katalog erschienen.

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