ArchivDeutsches Ärzteblatt21-22/2015Stärker auf PET-CT-Befunde bauen
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Es ist lobenswert, dass die Kombination Positronen­emissions­tomo­graphie mit Computertomographie (PET-CT) hier einmal hervorgehoben wird (1) und ich sehe keinen Interessenkonflikt mit dem Sponsor. Ich bin jedoch der Ansicht, dass Folgeuntersuchungen mit Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) in der weiteren Abklärung von PET-Befunden in der Regel überbewertet werden. Das PET-CT sollte schon ein großes Gewicht haben.

Die Röntgenuntersuchung (2) ist bei Knochenmetastasen im Rahmen der PET-Beurteilung ganz wichtig, als Übersichtsaufnahme oder auch als Zielaufnahme unter Durchleuchtung. Ein Fehler kann auch in der metastasierten Situation fatal sein. Vor allem sollte aber wieder die konventionelle Röntgentomographie (von einem erfahrenen Arzt durchgeführt) bei lokalen Unklarheiten unbedingt miteingesetzt werden, sie kann Hervorragendes leisten. Bei noch nicht fortgeschrittenen metastasischen Rippenbefunden versagt die CT vollständig, und auch ansonsten, wenn es um die Spezifität von Befunden geht, – das gilt ebenso für die MRT.

Das PET-CT muss auch bei Therapieverlaufskontrolle – nach EORTC- und PERCIST-Kriterien (Version 1.1) (3) also mit „standardized uptake value“ (SUV) – mit einem passenden Tracer als 18F-Fluorid-PET erfolgen und gegebenenfalls ohne zusätzliche intravenöse Röntgenkontrastmittelgabe. Kleine Befunde könnten sonst auch maskiert werden. Falschpositive und falschnegative Befunde im CT und MRT können gravierend sein. Das MRT versagt auch nicht nur bei osteolytischen Herdbefunden. Das CT ist hauptsächlich für die Lokalisation von PET-Befunden von Bedeutung. Alle Aussagen beziehen sich allein auf die Diagnostik von Knochenmetastasen. Die Strahlentherapeuten (und die Patienten) würden davon profitieren, wenn sie sich deutlich weniger auf CT- und MRT-Befunde verlassen müssten.

DOI: 10.3238/arztebl.2015.0374a

Dr. med. Reinhard Glaser
Klinik Saalfeld, Thüringen-Kliniken Saalfeld-Rudolstadt

1.
Heindel W, Gübitz R, Vieth V, Weckesser M, Schober O, Schäfers M: The diagnostic imaging of bone metastases. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 741–7 VOLLTEXT
2.
Bohndorf K, Imhoff H: Metastasen. Radiologische Diagnostik der Knochen und Gelenke. Stuttgart, New York: Georg Thieme Verlag 1998; 196–9.
3.
Gebauer B, Bohnsack O, Riess H: Radiologische Evaluation des Tumoransprechens in onkologischen Therapiestudien (Tumor Response Evaluation). Fortschr Röntgenstr 2011; 183: 695–703 CrossRef MEDLINE
1.Heindel W, Gübitz R, Vieth V, Weckesser M, Schober O, Schäfers M: The diagnostic imaging of bone metastases. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 741–7 VOLLTEXT
2.Bohndorf K, Imhoff H: Metastasen. Radiologische Diagnostik der Knochen und Gelenke. Stuttgart, New York: Georg Thieme Verlag 1998; 196–9.
3.Gebauer B, Bohnsack O, Riess H: Radiologische Evaluation des Tumoransprechens in onkologischen Therapiestudien (Tumor Response Evaluation). Fortschr Röntgenstr 2011; 183: 695–703 CrossRef MEDLINE

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