ArchivDeutsches Ärzteblatt21-22/2015Skelettszintigrafie unterbewertet
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Das bewährte und im Laufe der Jahre optimierte Verfahren der Skelettszintigrafie wird unseres Erachtens in der Übersichtsarbeit (1) nicht angemessen gewertet.

Zu Recht enthält der Text die Aussagen „Eine deutliche Steigerung der Sensitivität und Spezifität der Skelettszintigrafie gelingt durch die Verwendung von SPECT(-CT)-Geräten, die den aktuellen Stand der Technik repräsentieren [...] den negativen prädiktiven Wert [...] auf 98 %“ anheben und „ [...] Sensitivität und Spezifität [...] auf über 90 %“ steigern, dennoch werden diese Daten sowohl in der dem Text vorangestellten Zusammenfassung („Spezifität 81 %, Sensitivität 86 %“) als auch in der Tabelle 3 unterschlagen. Wenn bei Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) „der aktuelle Stand der Technik“ genutzt wird, sollte man dies auch der Szintigrafie zubilligen (oder aber das Fehlen von Daten als solches in Zusammenfassung und Tabelle kennzeichnen), statt von den nuklearmedizinischen Verfahren lediglich „den aktuellen Stand der Technik nicht mehr repräsentierende“ planare Bilder zu analysieren.

Pathophysiologisch scheint schwer vorstellbar, dass das MR-tomografisch detektierbare Gewebewasser der szintigrafisch erkennbaren Mineralisationssteigerung im metastatisch befallenen Knochen vorausgehen soll, diesbezüglich steht ein fairer Vergleich aus. Darüber hinaus möchten wir kritisch anmerken, dass die in der Übersichtsarbeit besonders betonte PET-MRT in der heutigen Versorgungsrealität sicherlich noch keinen Stellenwert gefunden hat, zumal in der Übersichtsarbeit Informationen über die Kosten vollständig fehlen. Die Arbeit leidet unter der rein universitären Perspektive, wie sich in der sicherlich nicht haltbaren Aussage ausdrückt, dass beim „malignen Melanom die PET-CT mit FDG weitere Verfahren zur Diagnostik von Skelettmetastasen“ ersetzt, denn PET steht gesetzlich Krankenversicherten bekanntlich nicht zur Verfügung.

DOI: 10.3238/arztebl.2015.0374b

Dr. med. Axel Schomburg

Dr. med. Jan Löttgen

PD Dr. med. Hans Bender
Roentgeninstitut, Düsseldorf

as@roentgeninstitut.de

Interessenkonflikt

Die Autoren beider Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Die Autoren des Beitrags haben auf ein Schlusswort verzichtet.

1.
Heindel W, Gübitz R, Vieth V, Weckesser M, Schober O, Schäfers M: The diagnostic imaging of bone metastases. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 741–7 VOLLTEXT
1.Heindel W, Gübitz R, Vieth V, Weckesser M, Schober O, Schäfers M: The diagnostic imaging of bone metastases. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 741–7 VOLLTEXT

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