ArchivDeutsches Ärzteblatt21-22/2015Studie: Gewalt in der Notaufnahme ist keine Seltenheit

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Studie: Gewalt in der Notaufnahme ist keine Seltenheit

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Immer häufiger greifen Patienten Ärzte oder Pfleger an. Mit einem Plakat weist das Klinikum Nürnberg auf diesen Missstand hin. Foto: dpa
Immer häufiger greifen Patienten Ärzte oder Pfleger an. Mit einem Plakat weist das Klinikum Nürnberg auf diesen Missstand hin. Foto: dpa

Beschimpfungen, randalierende Patienten, Übergriffe durch frustrierte Angehörige: In Krankenhäusern kommt es immer wieder zu gewalttätigen Angriffen. Betroffen von dieser Entwicklung sind vor allem Ärzte und Pflegepersonal in der Notaufnahme. Dieses belegt die Studie „Gewalt an Mitarbeitern in der Notaufnahme“, die die Unternehmensberatung openConsulting im Auftrag von Ascom, einem Anbieter von drahtlosen On-site-Kommunikationssystemen, durchgeführt hat. Dazu wertete openConsulting zwischen Februar und Mai 2014 Antworten von rund 100 Kliniken in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu bestimmten Themenbereichen aus.

Die Ergebnisse: 73 Prozent aller Befragten beklagen Übergriffe im vergangenen Jahr. Sie reichen von Randale in der Notaufnahme über Handgemenge bis zu Schlägen und Tritten. Bei fast allen Übergriffen spielt Alkoholmissbrauch eine große Rolle. Darüber hinaus zeigen Familienangehörige bei über 40 Prozent der Vorfälle eine deutliche Gewaltbereitschaft. Unzufriedene Patienten bilden ein Drittel der Täter. 43 Prozent der Kliniken gaben an, dass bei ihnen in den letzten zwei bis drei Jahren die Übergriffe zugenommen haben. Helfen muss sich das Klinikpersonal meist selbst. In vielen Fällen mussten Ärzte oder Pflegepersonal herbeigerufen werden. Ein Viertel der Befragten gab an, auch schon einmal die Hilfe eines externen Sicherheitsdienstes oder zufällig anwesender Personen in Anspruch genommen zu haben.

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Fast die Hälfte der Befragten verfügt über keine speziellen Notrufeinrichtungen. In 17 Prozent der Fälle steht ein fest installierter Notrufknopf zur Verfügung, auf ein Mobilgerät mit Notrufknopf können sich nur 20 Prozent der Gefährdeten verlassen. Ortung und Lagealarm spielen immer noch eine untergeordnete Rolle. Um Unterstützung anzufordern, nutzt ein Großteil das normale Stationstelefon, über die Hälfte bitten per direktem Zuruf um Hilfe. 66 Prozent der Befragten erachten einen Notrufknopf an einem Mobilgerät als hilfreich.

Die Studie kann unter www.ascom.de/de-de/index-de/savie-form.htm kostenfrei angefordert werden. EB

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