ArchivDeutsches Ärzteblatt21-22/2015Frage der Woche an . . . Dipl.-Ing. Annegret Dickhoff, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Berlin e.V.

ÄRZTESTELLEN: Frage der Woche

Frage der Woche an . . . Dipl.-Ing. Annegret Dickhoff, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Berlin e.V.

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Projekt „KLIK – Klimamanager für Kliniken“?

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Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Projekt „KLIK – Klimamanager für Kliniken“?

Dickhoff: In deutschen Krankenhäusern und Reha-Kliniken besteht großes Potenzial, Energie einzusparen. Krankenhausangestellte werden in unserem Projekt geschult, sich in ihren Häusern für Klimaschutz durch mehr Energieeffizienz einzusetzen – und sich dabei zunächst auf nicht- und geringinvestive Maßnahmen zu konzentrieren. KLIK wendet sich somit in erster Linie an Krankenhäuser, die bislang wenig finanzielle und personelle Ressourcen für das Thema Energiesparen einsetzen konnten. 50 Kliniken sollen bis Ende des Jahres 2016 durch unser Projekt 30 000 Tonnen Kohlenstoffdioxid reduzieren. Das entspricht
bis zu zehn Prozent des Energiebedarfs.

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Ein Blick auf die Betriebskosten der mehr als 3 200 Krankenhäuser und Reha-Kliniken in Deutschland zeigt, dass Energieeffizienz im Gesundheitssektor nicht nur ein Gebot des Umweltschutzes, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist: Laut Statistischem Bundesamt 2013 geben die Kliniken zusammen mehr als 1,7 Milliarden Euro im Jahr für Energie aus. Verglichen mit den Personalkosten, die 47,4 Milliarden Euro betragen, und den Sachkosten in Höhe von 30,3 Milliarden Euro scheint der Betrag bescheiden. Doch mit durchschnittlich 3 300 Euro pro Bett und Jahr in Akutkliniken sind die Energiekosten nicht zu vernachlässigen.

Die Klimamanager und Klimamanagerinnen erhalten eine zweitägige Schulung und tauschen sich in drei folgenden Workshops untereinander aus. Bei den Maßnahmen entscheiden sie selbst, ob sie beispielsweise die Betriebszeiten der Lüftungsanlagen in Absprache mit den Nutzern anpassen, einen hydraulischen Abgleich machen, ein Ideenmanagement aufbauen oder Präsenzmelder für die Beleuchtung installieren. Neben Schulung und Workshop gehören eine telefonische Beratung und die Vermittlung an ein Netzwerk von Fachleuten zu unserem Angebot. Um den Reiseaufwand zu minimieren, finden die Veranstaltungen regional in Nord-, West-, Süd- und Ostdeutschland statt. Zum Ende des Projekts entsteht ein Leitfaden, der zusammentragen soll, welche Maßnahmen besonders gut funktionieren, welche Probleme auftauchen können und welche Lösungen sich anbieten.

Schon heute können sich Interessierte in einer frei zugänglichen Datenbank auf der Projekt-Internetseite (www.KLIK-Krankenhaus.de) informieren und aus Best-Practice-Beispielen Anregungen abrufen. Neben der Kategorie für investive oder nichtinvestive Maßnahmen ist unter anderem eine Sortierung nach Krankenhausgröße möglich. sg

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