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Die schmerzhafte Narbe nach der Retinakulumspaltung stellt ein gewisses, allerdings in der Regel nur passageres Problem dar. Wie die Autoren des Diskussionsbeitrags zu Recht betonen, ist dies vorwiegend auf die Durchtrennung kleiner sensibler Nervenäste aus dem Ramus palmaris des N. medianus mit oder ohne Verbindung zu sensiblen Ästen des N. ulnaris zurückzuführen (und vermutlich auch Ursache des sogenannten „Pillar pain“). Da diese Nervenäste variabel verlaufen, erlaubt keine Methode, auch nicht die endoskopische, eine sichere Schonung, allenfalls eine Minimierung des Verletzungsrisikos. Demgegenüber ist die von den Autoren des Diskussionsbeitrags angegebene Doppelinzisions-Methode (ebenso wie die endoskopischen Methoden) technisch schwieriger als die offene Inzision mit etwas längerer Schnittführung. Zu Recht haben sie daher auf eine erforderliche und angemessene Lernkurve hingewiesen, was im Übrigen auch für die endoskopischen Verfahren gilt. Wahrscheinlich ist die vorgeschlagene offene Methode mit zwei Inzisionen besser als die häufig angewendete Mini-Inzision, da sie auch eine zuverlässige Spaltung proximaler Retinakulum-Anteile unter guter Sicht erlaubt und gleichzeitig das Risiko einer Nervenverletzung minimiert.

Die Diskussion um die beste und vor allem sicherste Methode der Operation bei Karpaltunnelsyndrom ist noch im Fluss: Eine gerade publizierte Metaanalyse (1) verweist ausdrücklich auf die Lernkurve und die individuelle Erfahrung des Operateurs, die bei künftigen Studien mehr beachtet werden müssten. Eines ist wohl unbestritten und gilt für die meisten operativen Eingriffe: Je erfahrener der Operateur ist (auch im Hinblick auf die Indikationsstellung) und je besser er mit einer Methode vertraut ist, desto geringer ist das Komplikationsrisiko und desto besser sind seine Ergebnisse (2).

Mittlerweile besteht seit 1.1.2015 eine Meldepflicht für das Karpaltunnelsyndrom als Berufskrankheit (BK-Nummer 2113).

DOI: 10.3238/arztebl.2015.0404b

Für die Autoren

Dr. med. Hans Assmus
Neurochirurg und Neurologe, Schriesheim (bei Heidelberg)
hans-assmus@t-online.de

Interessenkonflikt

Die Autoren beider Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Sayegh ET, Strauch RJ: Open versus endoscopic carpal tunnel release: A meta-analysis of randomized controlled trials. Clin Orthop Relat Res 2015; 473: 1120–32 CrossRef MEDLINE
2.
Assmus H: Das Karpaltunnelsyndrom. Eine Übersicht für Ärzte aller Fachgebiete. Essentials. Berlin, Heidelberg: Springer 2015 PubMed Central
3.
Assmus H, Antoniadis G, Bischoff C: Carpal and cubital tunnel and other, rarer nerve compression syndromes. Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 14–26 VOLLTEXT
1.Sayegh ET, Strauch RJ: Open versus endoscopic carpal tunnel release: A meta-analysis of randomized controlled trials. Clin Orthop Relat Res 2015; 473: 1120–32 CrossRef MEDLINE
2.Assmus H: Das Karpaltunnelsyndrom. Eine Übersicht für Ärzte aller Fachgebiete. Essentials. Berlin, Heidelberg: Springer 2015 PubMed Central
3.Assmus H, Antoniadis G, Bischoff C: Carpal and cubital tunnel and other, rarer nerve compression syndromes. Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 14–26 VOLLTEXT

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