ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2015Motivation für Impferfolg entscheidend
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Bei Durchsicht der umfassend gelungenen Studie von Weigel et al. zu den deutschlandweiten Durchimpfungsraten von Schulanfängern im Jahr 2012 fällt auf, dass Nordrhein-Westfalen nach Bayern und Baden-Württemberg zu den Bundesländern mit der größten Schwankungsbreite bei den einzelnen Schutzimpfungen gehört (1). Als im Krankenhaus tätiger Kinder- und Jugendarzt im Kreis Warendorf, einem der beiden Landkreise in Nordrhein-Westfalen, die für alle Impfungen durchgehend Impfraten über 95 % aufweisen, möchte ich auf einige Faktoren hinweisen, die für diese sehr guten Ergebnisse möglicherweise ausschlaggebend sind und als Modell für andere Regionen dienen könnten.

Bereits in den Jahren 2007 und 2008 konnten im Landkreis Warendorf, der eine überwiegend ländlich geprägte Bevölkerung aufweist, für Poliomyelitis und Hepatitis-B Impfraten über 95 % erzielt werden, für Masern lag diese bei 92 % beziehungsweise 93 % (G. Fleissner-Busse, Gesundheitsamt Warendorf, persönliche Mitteilung). Letztere konnte dann im Jahr 2012 auch auf über 95 % gesteigert werden. Diese über die Jahre im Landes- und nationalen Vergleich sehr guten Impfraten sind unter anderem darauf zurückzuführen, dass alle 17 im Landkreis tätigen Kinder- und Jugendärzte engagiert die STIKO-Impfempfehlungen umsetzen. Ein weiterer möglicher Grund für die sehr guten Durchimpfungsraten im Kreis Warendorf mag auch sein, dass es bei einem Anteil von 22–25 % von Kindern mit Migrationshintergrund gelungen ist, bei diesen identische oder sogar etwas höhere Durchimpfungsraten (bis zu + 2 %) als bei Kindern ohne Migrationshintergrund zu erzielen. Dies steht im Gegensatz zu den Ergebnissen beispielsweise der KiGGS-Studie (Kinder- und Jugendgesundheitssurvey), in der der Migrantenanteil vergleichbar war, die Durchimpfungsraten aber um 1–7 % niedriger lagen (2, 3).

DOI: 10.3238/arztebl.2015.0402c

Dr. med. Carsten Krüger, MIH, FRCPCH
Klinik für Kinder und Jugendliche, St. Franziskus-Hospital, Ahlen
thea.carsten.krueger@web.de

Interessenkonflikt

Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Weigel M, Bruns R, Weitmann K, Hoffmann W: Immunization rates at the school entry in 2012—nationwide German data with regional and local breakdown. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 788–94 VOLLTEXT
2.
Poethko-Müller C, Kuhnert R, Schlaud M: Durchimpfung und Determinanten des Impfstatus in Deutschland. Ergebnisse des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS). Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 2007; 50: 851–62 CrossRef MEDLINE
3.
Schenk L, Ellert U, Neuhauser H: Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in Deutschland. Methodische Aspekte im Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS). Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 2007; 50: 590–9 CrossRef MEDLINE
1.Weigel M, Bruns R, Weitmann K, Hoffmann W: Immunization rates at the school entry in 2012—nationwide German data with regional and local breakdown. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 788–94 VOLLTEXT
2.Poethko-Müller C, Kuhnert R, Schlaud M: Durchimpfung und Determinanten des Impfstatus in Deutschland. Ergebnisse des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS). Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 2007; 50: 851–62 CrossRef MEDLINE
3.Schenk L, Ellert U, Neuhauser H: Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in Deutschland. Methodische Aspekte im Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS). Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 2007; 50: 590–9 CrossRef MEDLINE

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