ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2015Selbsthilfegruppen: Mahnung zur Offenlegung von Geldflüssen

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Selbsthilfegruppen: Mahnung zur Offenlegung von Geldflüssen

Dtsch Arztebl 2015; 112(23): A-1019 / B-855 / C-827

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Mehr Transparenz und erhöhte Wachsamkeit bei Kooperationen mit Pharma- und Medizinprodukteherstellern fordern der Verband der Ersatzkassen (vdek), die Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) und die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe (BAG) von Patientenselbsthilfegruppen und Ärzten auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin. Die vdek-Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner appellierte an die Beteiligten, „mehr Engagement bei der Offenlegung von Geldflüssen und möglichen Interessenkonflikten zu zeigen“. Bei geschätzten jährlich 5,6 Millionen Euro, die von der Pharmaindustrie Richtung Selbsthilfe fließen, bestehe „die Gefahr, dass Selbsthilfeorganisationen für die Interessen der Geldgeber benutzt werden und ihre Unabhängigkeit verlieren,“ monierte Elsner für die Krankenkassen.

Laut AkdÄ-Vorsitzendem Prof. Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig zielten zahlreiche Marketingstrategien der Pharmaindustrie auf den Patienten als „Kunden“, um die Nachfrage nach Arzneimitteln, Produkten oder Verfahren zu steigern und schneller im Markt zu verbreiten. Problematisch sei die nicht ausreichende Menge an qualitativ hochwertigen, unverzerrten und evidenzbasierten Informationen. Dagegen erreiche Ärzte und Patienten „eine Flut an Arzneimittelinformationen mit unvollständigen, häufig interessengeleiteten bis hin zu manipulativen Inhalten“. Ludwig: „Diese beeinflussen das Arzt-Patienten-Verhältnis massiv“. mn

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