ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2015Frage der Woche an . . . Prof. Dr. med. Markus Schwarz, Leiter der Sektion Experimentelle Orthopädie und Unfallchirurgie der Medizinischen Fakultät Mannheim

ÄRZTESTELLEN: Frage der Woche

Frage der Woche an . . . Prof. Dr. med. Markus Schwarz, Leiter der Sektion Experimentelle Orthopädie und Unfallchirurgie der Medizinischen Fakultät Mannheim

Im Forschungsprojekt „KonsensOP“ entwickeln Sie einen virtuellen Assistenten, der die Sicherheit im Operationssaal stabil halten soll. Worum geht es dabei konkret?

Dtsch Arztebl 2015; 112(23): [4]

Glöser, Sabine

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Im Forschungsprojekt „KonsensOP“ entwickeln Sie einen virtuellen Assistenten, der die Sicherheit im Operationssaal stabil halten soll. Worum geht es dabei konkret?

Schwarz: Arbeitsabläufe folgen in der Medizin einem planvollen Vorgehen. Besonders wenn es um häufige operative Eingriffe geht, wie die Versorgung von Patienten mit einem künstlichen Gelenk. Dennoch ist nicht jede Operation gleich, auch wenn sie dasselbe Ziel hat. Unvorhergesehene Ereignisse oder ein von der Norm abweichender „Fall“, aufgrund der Individualität eines jeden Patienten, können das Operationsteam dazu zwingen, den gewohnten Ablauf zu verlassen und diesen an die individuelle Situation anzupassen. Komplexe Eingriffe und Komplikationen können den Arzt und sein Team dabei an die Grenzen ihrer Erfahrungen und Kenntnisse bringen.

Ist die Operation einmal im Gange, sind der Chirurg und sein Team weitgehend auf sich gestellt. Mit dem Projekt KonsensOP möchten wir ein Assistenzsystem schaffen, das in der Lage ist, dem Workflow der Operation und der damit befassten Akteure zu folgen und mithilfe von Sensoren individuell zu erfassen, wann ein Informationsangebot vonnöten sein könnte. Die Interaktion zwischen Arzt und Patienten bestimmt, wie gewohnt, den Verlauf des Eingriffs. Doch zusätzlich hält das Assistenzsystem optional und virtuell alternative Vorgehensweisen vor. Diese basieren auf einer soliden Datenbank, passend zum jeweiligen Eingriff mit allen möglichen Modalitäten. Ändert sich der gewohnte Verlauf der Operation, werden die Teammitglieder individuell in den Informationsfluss eingebunden. Jedes Teammitglied profitiert in gleicher Weise von dem Assistenzsystem, da es für jeden Aufgabenbereich auf die aktuelle Situation angepasste Informationen vorhält. Um dies zu bewerkstelligen, arbeiten verschiedene Institutionen und Disziplinen eng zusammen: Die methodischen Aspekte bearbeiten das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) sowie verschiedene Fachrichtungen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Die medizinische Leitung liegt bei der Sektion Experimentelle Orthopädie und Unfallchirurgie der Medizinischen Fakultät Mannheim.

Anzeige

Wir wollen, dass das System eine hohe Akzeptanz bei den Nutzern erfährt. Dazu muss sichergestellt sein, dass das Assistenzsystem das jeweilige Teammitglied gezielt und bedarfsgerecht unterstützt. Um dies zu erreichen, betreiben die Partner zunächst Grundlagenforschung. Das vor kurzem gestartete Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und hat eine Laufzeit von drei Jahren. sg

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.