ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2015Influenza: Woher kommt die Zahl der Todesfälle?
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In einer großen FS-Dokumentation des NDR konnte man 2014 erfahren, dass in Deutschland jedes Jahr 20 000 Menschen an der Grippe sterben. Diese Tatsachenbehauptung wurde mehrfach wiederholt. Im österreichischen Fernsehen (3sat) erfuhr man gleichzeitig, dass 30 bis 70 Menschen gegen Grippe (alias Influenza) geimpft werden müssen, damit eine (!) einzige (!) Ansteckung verhindert wird. Aber 20 000 Tote?! Wer hat das ermittelt?

Der oben genannte Beitrag verrät uns, dass es tatsächlich nur 5 000 bis 8 000 Tote sind. Und dass nur einmal, nämlich in der Saison 2012/13 so viele, nämlich 20 000 Tote, zu beklagen waren.

Wenn man sich diesen Artikel dann aber genauer ansieht, bemerkt man, dass als Quellenangabe nur Folgendes zu finden ist: „Literatur im Internet: www.aerzteblatt.de/lit1115 “

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Geht man dann ins Internet, findet man dort das Robert Koch-Institut. Und als Quellenangabe ein Bulletin und ein Bericht des Robert Koch-Instituts.

Aber im Kleingedruckten auf Seite 38 ff. erfahren wir dann, dass die 20 000 Toten bloß geschätzt (!) worden sind. Dass sich die Herren Experten nämlich die . . . Freiheit genommen haben, die empirische Realität nach eigenem Gutdünken zu interpretieren (!). Angeblich sei in Deutschland in die real existierenden Totenscheine „häufig nicht“ die richtige Todesursache eingetragen worden (!). Das wird einfach behauptet, und zwar ohne jede Begründung. Es wird tatsächlich behauptet, dass in diese realen Totenscheine fälschlich (!) Herz-Kreislauf, Diabetes oder Lungenentzündung (anstatt Grippe) als Todesursache angegeben worden ist . . .

Und wie erhält man dann aber, trotz dieser angeblich betrügerischen (?) oder zumindest unzuverlässigen (?) Totenscheine Einblick in die Realität der realen Todesursache? Ganz einfach, nämlich: „mittels statistischer Verfahren“ (!). Mit diesen „statistischen Verfahren“, werden „Gesamttodesfälle oder Statistiken zu Pneumonie bedingten Todesfällen herangezogen.“ Auf diese Weise erhält man dann die sogenannte „Exzess-Mortalität“ und die liegt eben bei 5 000 bis 20 000 Toten durch Grippe („Influenza“). Freundlicherweise verraten uns die Experten der AG Influenza, beziehungsweise des Robert Koch-Instituts aber auch, wie viele Menschen wirklich empirisch nachweisbar an Influenza gestorben sind. „Laborbestätigte Todesfälle“ durch Influenza in den Jahren 2010 bis 2013: 26 bis 198 pro Saison . . .

Dr. Roman Landau, 22249 Hamburg

Kommentare

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Avatar #865499
amarko
am Donnerstag, 14. Januar 2021, 13:36

Statistiken und ihre Wahrheiten

Geehrter Herr Dr. Landau

Bitte forschen Sie noch etwas genauer und weisen Sie nicht nur einzelne Fehler der Vergangenheit nach. Es wurden in den vergangenen 20 Jahren tausende von Fehlern gemacht, bei weitem nicht alle relevante Daten erhoben, keine Tests sondern nur Krankmeldungen für die Statistik verwendet. Daher muss man hochrechnen. Diese Hochrechnung hat jedoch einen hohen Fehleranteil.
Heutige Zahlen sind aber ebenso irreal, weil zwar die Daten positiver Tests festgehalten sind, jedoch gibt es keinen Beweis, dass jemand, der positiv getestet wurde, tatsächlich auch das Virus verbreitet. Weiters sind bei den sogenannten "Im Zusammenhang mit Corona" verstorbenen keine oder nur selten Obduktionen gemacht worden. Die wenigen Obduktionen ergeben unterschiedlichste Ergebnisse und auch nicht immer einen eindeutigen Nachweis!
https://www.ksbl.ch/blog/soekdfa
https://www.aerzteblatt.de/archiv/214530/COVID-19-Obduktionen-Harte-Fakten
Einziger Fakt ist, dass wir davon sprechen, dass ca. 0,7 - 0,8 % der Weltbevölkerung an dem Covid Virus erkrankt ist. Dies heisst aber, das 99,2 bis 99,3 % der Weltbevölkerung gesund ist. Jetzt bitte erklären Sie mir, warum wir damit in Panik versetzt werden?
Es gibt noch keine Impfung gegen HIV, obwohl extrem viele daran erkrankt sind und auch sterben, es gibt immer mehr antibiotikaresistente Keime, die tausende Menschen jährlich töten. Nur kann man offenschtlich mit der Entwicklung neuer Antibiotika kein Geldverdienen! Weiters sterben in DE täglich 45 Menschen an Ärztepfusch. Was würde in der Bevölkerung für eine Panik auftreten, wenn wir täglich in der Zeitung lesen müssten, dass schon wieder 45 Menschen am Ärztepfusch gestorben sind?
Aber das scheint ein akzeptiertes Risiko zu sein und völlig normal. Dass Menschen an Grippe sterben, jedes Jahr, mal mehr mal weniger, das Risiko können wir nicht akzeptieren? Da sieht wohl die Pharmaindustrie die Geldscheine in den Augen blitzen?
Ich würde sagen, wenn Sie persönlich, so wie Millionen andere Menschen auch, an den Massnahmen der Regierungen leiden müssten und kein Einkommen mehr hätten, wäre ihre Überlegung wohl eine Andere. Und der langfristige wirtschaftliche Schaden, den wir anrichten wird uns zeigen, was es heisst, Hunger zu leiden. Ihre Position ist davon offensichtlich nicht betroffen, denn sie sind ja Arzt und haben immer Arbeit.
Was, wenn wir uns ihre Arbeit nicht mehr leisten können?

Schöne Grüsse

Andreas Marko
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