ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2015Essstörungen: Psychiater fordern mehr Aufklärung

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Essstörungen: Psychiater fordern mehr Aufklärung

Hillienhof, Arne

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Das in vielen Medienformaten verbreitete Idealbild des weiblichen und männlichen Körpers kann den Boden für Essstörungen besonders bei Jugendlichen bereiten. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) hingewiesen.

Uberzogenes Schlankheitsideal: Catwalk bei „Germany’s Next Topmodel“ Foto: dpa
Uberzogenes Schlankheitsideal: Catwalk bei „Germany’s Next Topmodel“ Foto: dpa

Die Fachgesellschaft nennt in diesem Zusammenhang eine Studie des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen: Fast ein Drittel der 241 befragten Menschen, die aktuell an einer Essstörung leiden, gab darin an, dass die Sendung „Germany´s Next Top Model“ einen starken Einfluss auf ihre eigene Essstörung hatte. „Die Sendeformate propagieren ein Schönheitsideal, das wir als wissenschaftliche Fachgesellschaft sehr kritisch sehen. Gerade Jugendliche, können dadurch stark verunsichert werden“, erklärte DGPPN-Präsidentin Iris Hauth.

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Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie verlaufen oftmals chronisch und können lebensgefährlich werden – die Magersucht ist unter allen psychischen Erkrankungen diejenige mit der höchsten Mortalität. Essstörungen und insbesondere die Magersucht gehen bei den Betroffenen meist mit dem Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit einher. Die Folge sind ausgeprägte negative Gefühle und häufig auch Depressivität. Der ständige Vergleich mit einem unrealistischen Schlankheitsideal, könne der Auslöser für eine Diät und damit ein Einstieg in eine Essstörung sein. „Um insbesondere junge Menschen zu schützen, braucht es dringend mehr Vielfalt in den medialen Bilderwelten. Gleichzeitig müssen wir noch breiter und intensiver über die Gefahren von Essstörungen aufklären“, so Hauth. hil

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