ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2015Systemische Therapie mit Kindern und Jugendlichen: Handbuch für Begeisterung und Kreativität

BÜCHER

Systemische Therapie mit Kindern und Jugendlichen: Handbuch für Begeisterung und Kreativität

Schobert, Ralf

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Das Handbuch systemische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie schließt eine schon von vielen Praktikern bedauerte Lücke in den Veröffentlichungen zur systemischen Therapie. Familientherapeuten, Systemiker, die mit Erwachsenen arbeiten, und systemische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJP) werden hier viele Anregungen und Ideen für ihre Praxis bekommen. Reinert Hanswille hat mit 20 Autoren versucht, die Praxis der Systemischen Therapie mit Heranwachsenden abzubilden.

Das Buch startet mit einigen grundsätzlichen und konzeptionellen Kapiteln, zunächst mit einem Kapitel des Herausgebers zu den systemischen Grundhaltungen wie Neutralität, Lösungsorientierung, Ressourcenorientierung, Hypothesenbildung und therapeutische Beziehung. Es folgt ein Abschnitt über die unterschiedlichen Settings in der KJP von Enno Hermans. Kapitel zwei von Wilhelm Rotthaus beschreibt die Besonderheiten in der therapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Es folgt ein Kapitel zur Arbeit im Kontext alternativer Familienformen von Matthias Ochs. Das vierte Kapitel ist der Diskussion um eine systemische Diagnostik gewidmet. Der große nachfolgende fünfte Teil befasst sich mit 22 Symptomen und Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen aus systemischer Sicht. Hier reichen die Themen von der Essstörung, Bindungsstörungen, ADHS, autistische Störungen, Trauer, somatischen Erkrankungen, selbstverletzendem Verhalten, Depressionen, Ängsten bis zu chronischen Erkrankungen.

Anzeige

Das sich anschließende sechste Kapitel stellt dann Methoden und Techniken in der KJP vor. 22 methodische Konzepte mit zahllosen Erweiterungen und Anregungen bieten einen sehr umfangreichen praktischen Werkzeugkasten an, in dem sich der Leser bedienen kann. Das Spektrum der Methoden reicht von Fragetechniken, Skulpturarbeit, Ritualen, Arbeit mit inneren und äußeren Systemen, hypnosys-
temischen Zugängen, körpertherapeutischen Ideen bis zu Aspekten der Pharmakotherapie. Im abschließenden siebten Abschnitt werden unterschiedliche Versorgungskontexte für systemische Therapeuten diskutiert. Sie reichen von der Klinik über die eigene Praxis, Beratungsstelle bis zur Aus- und Weiterbildungslandschaft.

Das Buch schließt mit einem ausführlichen Stichwortverzeichnis, das zum Nachschlagen anregt. Zum Buch gehört außerdem noch ein sehr umfangreiches Onlinematerial mit zahlreichen praktischen Ideen, Arbeitsblättern und Konzeptideen, das sich gut als „Steinbruch“ für die praktische Arbeit nutzen lässt.

Die vielen konkreten Ideen und Anregungen machen es zu einer Fundgrube für den therapeutischen Alltag. Die eher grundsätzlichen und konzeptionellen Kapitel bedürfen der intensiveren Auseinandersetzung. Die einfache und klare Sprache macht das Buch gut lesbar, aber auch das Layout, die grafische und farbliche Gestaltung laden ein, das Buch in die Hand zu nehmen. Man kann dem Buch nur viele Leser wünschen, damit sich die Begeisterung und Kreativität, die das Buch vermittelt, möglichst vielen Familien, Kindern und Jugendlichen zugutekommt. Ralf Schobert

Reinert Hanswille (Hrsg.): Handbuch systemische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2015, 590 Seiten, gebunden, 49,99 Euro

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote