ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2015Panikstörung und Agoraphobie: Für die Einzel- und Gruppentherapie geeignet

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Panikstörung und Agoraphobie: Für die Einzel- und Gruppentherapie geeignet

Koch, Joachim

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Dieses Buch ist von einer erfahrenen Praktikerin verfasst worden, die seit vielen Jahren klinische Erfahrungen mit Personen mit Panikstörung und Agoraphobie hat. Spannend ist zu sehen, wie die Autorin neuere theoretische Erkenntnisse zu Panikstörung und Agoraphobie zu nicht mehr aktuellen Befunden in Beziehung setzt und diskutiert. Zuerst werden Hinweise zum therapeutischen Vorgehen gegeben. Hier sind die Haltung des Therapeuten sowie die Beziehungsgestaltung von besonderer Bedeutung. Dann werden die Bausteine des Angstbehandlungsprogramms und die Organisation dargestellt. Im fünften Kapitel werden die Curricular der acht Übungseinheiten beziehungsweise Sitzungen vorgestellt, was den Hauptteil des Buches ausmacht.

Im Buch ist die Darstellung der einzelnen Sitzungen gleich aufgebaut. Der therapeutische Leitfaden steht am Anfang als Telegramm in einem Kasten. Die Abfolge der Items kann ohne Schwierigkeiten abgewandelt werden, wenn unvorhergesehene Ereignisse eingetreten sind oder wichtigen Bedürfnissen der Angstpatienten entsprochen werden soll. Dann schließen sich die Hinweise für Therapeuten und die Informationen für Patienten an. Im Begleittext werden die therapeutischen Strategien jeder Sitzung erläutert. Die Patienteninformationen aus sieben der Sitzungen sind als Lernhilfe gedacht, können von der beigefügten CD-ROM ausgedruckt und zu einem Angst-Reader zusammengestellt werden.

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Inhaltlich kann angemerkt werden, dass schon in der ersten Sitzung die erste Konfrontationsübung durchgeführt wird. Der Angstpatient entscheidet sich, mit welcher leichten Angstsituation er sich täglich, ohne fremde Hilfe konfrontieren will. In der ersten Sitzung wird das Therapiekonzept erläutert und das Angsttagebuch eingeführt, das für die Dauer der Therapie geführt wird. Des Weiteren wird das Entspannungsverfahren der Progressiven Muskelrelaxation vorgestellt, das dann künftig angewendet werden soll, um sich zu entspannen und auch um Situationen mit aufkommender Angst zu kontrollieren. Der Therapeut weist auf die besonders entspannende Wirkung von Sport hin und gibt als eine Hausaufgabe, eine sportliche Betätigung nach Wahl aufzunehmen. In der zweiten Sitzung beispielsweise wird die Hyperventilationsübung durchgeführt, die Bauchatmung angeleitet, und es werden Möglichkeiten der Konzentrationslenkung während der Angstanstiegsphase vermittelt. Zur praktischen Illustration gibt die Autorin nach den acht Sitzungen das „Ausführliche Fallbeispiel einer Frau mit hartnäckiger Agoraphobie“. Joachim Koch

Sigrun Schmidt-Traub: Panikstörung und Agoraphobie. 4. Auflage, Hogrefe, Göttingen 2014, 167 Seiten, kartoniert, 34,95 Euro

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