ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2015Hirnforschung: Pädophile werden nicht zwangsläufig Täter

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Hirnforschung: Pädophile werden nicht zwangsläufig Täter

Bühring, Petra

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Das bundesweite Präventionsprojekt „Kein Täter werden“ bietet kostenlose Therapien an. Foto: dpa
Das bundesweite Präventionsprojekt „Kein Täter werden“ bietet kostenlose Therapien an. Foto: dpa

Pädophile Männer lassen sich von Nicht-Pädophilen anhand von Hirnaktivierungen durch unterschiedliches Stimulusmaterial unterscheiden. Dieser Befund allein lässt aber nicht auf eine verminderte Verhaltenskontrolle aller Pädophilen schließen. Neue Ergebnisse des NeMUP-Forschungsverbunds deuten allerdings darauf hin, dass pädophile Männer, die zum Täter werden, charakteristische neurobiologische Veränderungen aufweisen.

NeMUP steht für Neural Mechanisms Underlying Pedophilia. Es ist der Name eines Forschungsverbunds, zu dem sich Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover, der Charité Berlin sowie der Universitäten Duisburg-Essen, Kiel und Magdeburg zusammengeschlossen haben. Seit Mai 2012 haben sie 240 Pädophile untersucht, von denen ein Teil Kinder sexuell missbraucht hatte, ein anderer aber nicht, sowie Kontrollprobanden.

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„Die Erkenntnisse der dreijährigen Forschungsarbeit bestätigen unsere These, dass eine pädophile Neigung nicht gleichzusetzen ist mit sexuellem Kindesmissbrauch“, erläuterte Prof. Dr. med. Dr. phil. Klaus Beier, Charité Berlin. Es gebe im Gehirn eigene Regionen, die für die Verhaltenskontrolle zuständig seien. Diese seien für die Risikoeinschätzung von besonderem Interesse. „Nach unseren Erkenntnissen aus dem Behandlungsprogramm des Projekts ‚Kein Täter werden‘ müssten diese Regionen beeinflussbar sein“, so Baier. PB

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