ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2015Jürgen Bösche †: Verteidiger freiheitlicher Grundwerte

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Jürgen Bösche †: Verteidiger freiheitlicher Grundwerte

Hess, Rainer

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Jürgen Bösche, Foto: Bernhard Eifrig
Jürgen Bösche, Foto: Bernhard Eifrig

Am 19. Mai verstarb nach längerer Erkrankung im Alter von 87 Jahren der langjährige Leiter der gemeinsamen Rechtsabteilung von Bundes­ärzte­kammer (BÄK) und Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV), Dr. jur. Jürgen Bösche. Er war ein juristisches Ausnahmetalent, prädestiniert für eine Laufbahn im öffentlichen Dienst. Gleichwohl strebte er eine Tätigkeit als Syndikusanwalt an und kam 1956 in die gemeinsame Rechtsabteilung, deren Leitung er 1973 nach dem altersbedingten Ausscheiden von Dr. jur. Arnold Hess übernahm. Hochgebildet, mit schneller Auffassungsgabe und großer Argumentationskraft, war Bösche ein überzeugender Verteidiger freiheitlicher Grundwerte. Als gebürtiger Berliner hatte er das diesen zugedachte Attribut einer scharfzüngigen Diktion mit einer manchmal verletzend wirkenden Ironie. Für BÄK und KBV war er ein unverzichtbarer Berater und für deren Verhandlungspartner ein herausfordernder, aber persönlich geschätzter Gesprächspartner.

Mit der von Bösche 1997 initiierten Gründung der Deutschen Gesellschaft für Kassenarztrecht wurde die Grundlage eines rechtlichen und versorgungspolitischen Erfahrungsaustausches zur vertragsarztrechtlichen Entwicklung gelegt. Verdienste um die Förderung der freien Berufe erwarb er sich mit der von ihm geleiteten Ludwig-Sievers-Stiftung. Bösche war Mitglied der juristischen Redaktion des Deutschen Ärzteblattes; lange Jahre hat er den Verlag erfolgreich beraten. Im Kollegenkreis der Justiziare der ärztlichen Organisationen war Bösche als Leiter der Rechtsberaterkonferenzen wegen seiner Kompetenz und seiner Schlagfertigkeit hochgeschätzt. Dr. jur. Rainer Hess

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