MEDIEN

Schwangerschaftsabbruch: Fundiert sachlich

Dtsch Arztebl 2015; 112(24): A-1100 / B-921 / C-892

Voß, Heinz-Jürgen

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Der von Ulrike Busch und Daphne Hahn herausgegebene Sammelband wendet sich dem Themenfeld Schwangerschaftsabbruch multiperspektivisch zu. Einerseits werden von Hartmut Kreß und Sabine Berghahn umfassende medizinethische und rechtliche Überlegungen zum Status des Embryos gebündelt vorgestellt. Andererseits wird empirischen Befunden Rechnung getragen, dass in medialen Debatten die „Selbstbestimmung von Frauen“ im Vergleich etwa mit dem „Schutz des ungeborenen Lebens“ deutlich seltener thematisiert wird.

Im gesellschaftlichen Diskurs spielt die Situation der Frauen, die sich vor der Frage sehen, eine Schwangerschaft auszutragen oder abzubrechen, kaum eine Rolle. Abtreibung ist gar stigmatisiert. Wie soll vor dem Hintergrund normativen Drucks eine individuelle und im Ausgang offene Beratung für Rat suchende Frauen aussehen? Die Psychologin Petra Schweiger erläutert die Situation der Frauen, ihr „Erleben und Bewältigen“ des Schwangerschaftsabbruchs aus psychologischer Sicht. Einen Einblick in die Beratungspraxis gibt die Pädagogin und Therapeutin Jutta Franz. Die ärztliche Praxis und die Sicht der Ärztinnen und Ärzte, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, stellen Christine Czygan, Ines Thonke und Helga Seyler in ihren Aufsätzen vor.

Gerahmt werden die Beiträge von weiteren, die die historische Dimension beleuchten, internationale Vergleiche unternehmen und empirische Befunde zur Entscheidung von Paaren in Bezug auf Kinderwunsch sowie Schwangerschaftsabbruch vorstellen. Insgesamt ist der Band gründlich gearbeitet. Er bietet sich als Basis an, Schwangerschaftsabbruch in all seinen Dimensionen und fundiert sachlich zu behandeln. Heinz-Jürgen Voß

Ulrike Busch, Daphne Hahn (Hrsg.): Abtreibung. Diskurse und Tendenzen. Transcript, Bielefeld 2015, 330 Seiten, kartoniert, 29,99 Euro

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