ArchivDeutsches Ärzteblatt4/1996Bayer soll Geldbuße wegen Adalat zahlen

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Bayer soll Geldbuße wegen Adalat zahlen

Dauth, Sabine

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LNSLNS LEVERKUSEN. Die Bayer AG hat mitgeteilt, daß sie gegen eine Entscheidung der Europäischen Kommission im Zusammenhang mit Adalat® (Wirkstoff Nifedipin) klagen will. Die EU-Kommission hat das Unternehmen Anfang Januar mit einer Geldbuße von drei Millionen ECU belegt, umgerechnet 5,6 Millionen DM. Bayer soll Re- und Parallelimporte und damit den Wettbewerb behindert haben.
Adalat wird in Frankreich und Spanien vergleichsweise günstig angeboten, in Großbritannien dagegen relativ teuer. Einige Großhändler nutzten diese Preisspanne offenbar aus: Sie orderten mehr Medikamente als notwendig für den französischen und spanischen Markt und verkauften sie dann in England. Daraufhin stellte Bayer die Belieferung ein oder reduzierte sie auf den vermuteten tatsächlichen Bedarf.
Das Pharmaunternehmen hat in einer Presseerklärung "die eigenwillige Rechtsansicht" der Kommission kritisiert. Darin heißt es: "Obwohl Bayer keine marktbeherrschende Position hat, soll das Unternehmen gezwungen werden, in Ländern mit staatlich reglementierten Niedrigpreisen alle von Händlern angeforderten Produktmengen zu liefern, die dann in Länder mit höherem Preisniveau exportiert werden." th
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