ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2015Studie: Viele Kranken­haus­auf­enthalte sind vermeidbar

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Studie: Viele Kranken­haus­auf­enthalte sind vermeidbar

EB

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Fast zwei Millionen Krankenhausfälle jährlich wären durch eine effektive ambulante Versorgung vermeidbar. Das geht aus einem Gutachten des IGES-Instituts im Auftrag des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) hervor. Auf Grundlage der Krankenhausdaten von 2013 wurden insbesondere die Kurzliegerfälle untersucht, bei denen Patienten weniger als drei Tage im Krankenhaus waren. Bei den im Krankenhaus ergriffenen Maßnahmen standen nach Angaben des ZI die ärztlichen Diagnosen im Vordergrund. Operative Eingriffe erfolgten eher selten. Das ZI wertet dies als Hinweise darauf, dass Patienten in vielen Fällen statt im Krankenhaus auch ambulant hätten behandelt werden können.

Kurzlieger im Fokus: Von den Patienten, die weniger als drei Tage im Krankenhaus waren, hätten viele laut Studie ambulant behandelt werden können. Foto: mauritius images
Kurzlieger im Fokus: Von den Patienten, die weniger als drei Tage im Krankenhaus waren, hätten viele laut Studie ambulant behandelt werden können. Foto: mauritius images

Das Gutachten belegt darüber hinaus Unterschiede zwischen Stadt und Land: Während im Bundesdurchschnitt 2 624 vermeidbare Krankenhausfälle auf je 100 000 Einwohner kamen, waren es in Großstadtzentren 2 257 und in ländlichen Regionen 2 894. Auch die Zahl der Kurzliegerfälle blieb in Großstädten mit 723 je 100 000 Einwohner elf Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. „Je höher die ambulante Arztdichte, desto weniger werden typischerweise ambulant behandelbare Fälle im Krankenhaus versorgt“, folgerten die Gutachter. EB

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Avatar #539999
klausenwächter
am Sonntag, 21. Juni 2015, 23:14

Wozu ein Gutachten?

Was ist neu festgestellt worden? Der niederschwellige Zugang zur Klinik fürht zur Aufnahme, zur Visite durch die leitenden Ärzte, zur Entlassung - macht bis zu drei Tage Liegezeit. Der Versicherte übt autonom seinen Versicherungsvertrag aus. Rabatte für Patienten, welche diese kurzen Aufenthalte nicht in Anspruch nehmen, gibt es auch nicht. Erhebungen der vorliegenden Form eignen sich als studentische Ausbildungsformate ggf. mit interdisizplinärer Aufgabenteilung zwischen soziologischen medizinischen Studiengängen.

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