ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2015Frage der Woche an . . . Dipl.-Ing. Udo Purwin, Leiter der IT-Abteilung im Lukaskrankenhaus Neuss

ÄRZTESTELLEN: Frage der Woche

Frage der Woche an . . . Dipl.-Ing. Udo Purwin, Leiter der IT-Abteilung im Lukaskrankenhaus Neuss

Sie haben den Verein „IT-Leistungsgruppen“ gegründet. Was hat Sie dazu veranlasst?

Dtsch Arztebl 2015; 112(25): [4]

Glöser, Sabine

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Sie haben den Verein „IT-Leistungsgruppen“ gegründet.
Was hat Sie dazu veranlasst?

Purwin: Wir wollen IT-Leitern im Krankenhaus ein Instrument an die Hand geben, um schnell die Aufwände für bestimmte Installationen ermitteln und Fragen wie diese sicher beantworten zu können: Was kostet ein Arbeitsplatz in der Radiologie? Soll man eine Applikation selbst hosten oder Outsourcing betreiben? Welche Kosten verursacht die konkrete Leistungsausweitung einer Fachrichtung? Die Idee, den Verein zu gründen, ist aus dem Projekt „IT-Controlling als Wegbereiter vom reinen Cost-Center zum strategischen Service-Center“ entstanden. Das Projekt gehörte im Jahr 2014 zu den Preisträgern der IT-Initiative „Entscheiderfabrik”.

Anzeige

Die derzeit angewendeten Controlling-Instrumente bieten meist nur wenige IT-Kennzahlen, die zudem auch noch recht allgemein sind. Kosten der IT-Infrastruktur werden pauschal verteilt und bilden die Realität nicht gerecht ab. Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass es einen standardisierten Leistungskatalog geben muss, um bessere IT-Kennzahlen und Kosten ermitteln zu können. Sie können der Geschäftsführung wichtige Informationen bieten.

Man kann innerhalb der Einrichtungen fundierte Vergleiche der Fachabteilungen erstellen, die gerechter als die bisherigen Pauschalverfahren sind. Damit steigt das Kostenbewusstsein in den Fachabteilungen, die dann nicht beliebig viele Arbeitsplätze beantragen. Denn IT-Leistungen und Bedarfsträger werden besser aufeinander abgestimmt. Auch kann das IT-Leistungsportfolio schneller an die Dynamik der Geschäftsprozesse angepasst werden. Letztlich wird die Effizienz der IT gesteigert, sie wirkt mit an den wichtigen Unternehmensentscheidungen. Insgesamt wird die Leistung der IT sichtbarer.

Dieser Ansatz schafft eine einheitliche Perspektive auf Kosten, Leistungen und Nutzen. Für alle Beteiligten erhöht sich dadurch die Transparenz. Weiteres wichtiges Ergebnis wird die Standardisierung der IT-Arbeitsplätze sein. Die Basis dafür stellt ein standardisierter Leistungskatalog dar, den die einzelnen Häuser individuell anpassen und ergänzen können. Trotzdem können sie sich damit auch untereinander sehr gut vergleichen.

Eine daraus resultierende Maßnahme war die Gründung des Vereins „IT-Leistungsgruppen“. Denn ein solch standardisierter Leistungskatalog muss an zentraler Stelle gepflegt und weiterentwickelt werden. Der Verein stellt genau diesen Katalog zur Verfügung und wird den Input der einzelnen Häuser prüfen und aufnehmen. sg

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.