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Eine 35-jährige Patientin wird wegen rezidivierter Fieberschübe bis 40°C stationär aufgenommen. Sie berichtet, dass seit mehreren Wochen zusätzlich Appetitlosigkeit, Übelkeit und Abgeschlagenheit bestehen. Auch habe sie 5 kg Gewicht verloren.

Bei der klinischen Untersuchung ist die Patientin auffallend blass. In beiden Achselhöhlen können vergrößerte Lymphknoten getastet werden. Unter dem Verdacht auf ein malignes Lymphom (Lymphdrüsenkrebs) wird einer der vergrößerten Lymphknoten chirurgisch entfernt.

Bild 1 zeigt den histopathologischen Befund des Lymphknotens (HE-Färbung).

Bild 1: Lymphknoten mit dicht liegenden Makrophagen
Bild 1: Lymphknoten mit dicht liegenden Makrophagen

Bild 2 zeigt in der Ziehl-Neelsen-Färbung zahllose Bakterien.

Bild 2: Säurefeste Stäbchen innerhalb der Makrophagen (rot)
Bild 2: Säurefeste Stäbchen innerhalb der Makrophagen (rot)

Auflösung

Bei der Patientin liegt eine Infektion mit Mykobakterium avium intracellulare (MAI) vor.

Hintergrund

Üblicherweise erkranken nur immunkompromittierte Patienten an diesen atypischen Mykobakterien. Der daraufhin durchgeführte HIV-Test fällt positiv aus. Die Viruslast beträgt 500 000 IU/ml. Somit liegt eine AIDS-definierende Erkrankung vor.

Therapie

Nach Einleitung einer Dreifach-Antibiose gegen MAI bessern sich die anfangs genannten Symptome rasch. Nach sechsmonatiger antiretroviraler Therapie sind keine Viruskopien des HIV mehr nachweisbar.

PD Dr. med. Helene Geddert, St. Vincentius-Kliniken, Karlsruhe

Bild 1: Lymphknoten mit dicht liegenden Makrophagen
Bild 1
Bild 1: Lymphknoten mit dicht liegenden Makrophagen
Bild 2: Säurefeste Stäbchen innerhalb der Makrophagen (rot)
Bild 2
Bild 2: Säurefeste Stäbchen innerhalb der Makrophagen (rot)

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