ArchivMedizin studieren2/2015Gemeinsam Lernen – Freunde fürs Leben?

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Gemeinsam Lernen – Freunde fürs Leben?

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Foto: LÄK Thüringen
Foto: LÄK Thüringen

Vitamin B

Dr. med. Christiane Becker
Ärztliche Geschäftsführerin der Lan­des­ärz­te­kam­mer Thüringen
 

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Ich habe 1986 Examen gemacht, also vor fast 30 Jahren. Trotzdem habe ich immer noch Kontakt zu meinen Kommilitonen, mit denen ich damals gelernt und die Prüfungen bestritten habe.

Gerne rufe ich sie auch mal bei fachlichen Fragen an. Umgekehrt erhalte ich auch oft Anfragen von ehemaligen Studienkollegen, die meinen Rat suchen. Ich finde deshalb: „Vitamin B“ hat durchaus etwas Gutes!

Foto: KV Westfalen-Lippe
Foto: KV Westfalen-Lippe

Schnelllebig

Dr. med. Wolfgang-Axel Dryden
Allgemeinmediziner und Vorstandsvorsitzender der KV Westfalen-Lippe
 

Besonders freundschaftlich war der Kontakt zum ältesten Mitglied unserer Vierer-Lerngruppe. In den letzten Semestern vor dem Staatsexamen trafen wir uns mehrfach pro Woche zum Lernen. Nach einer morgendlichen Dauerlaufrunde führte uns der Weg beim Bäcker vorbei, wo wir Frühstücksbrötchen erstanden und uns dann an unser Lernpensum begaben.

Später hatten wir zwar voneinander erheblich abweichende Lebenswege. Meine Erfahrung mit Teams in der Ausbildung zeigt jedoch , dass man sehr gut miteinander kooperieren und voneinander profitieren kann. Die Erfahrung lehrt aber auch, dass durch die berufliche Differenzierung der Teammitglieder die Gruppe nach dem Staatsexamen schnell auseinandergeht.

Foto: privat
Foto: privat

Freud und Leid

Dr. med. Ulrike Schlein
Chirurgin und Personalentwicklerin
 

Mit den anderen drei Frauen meiner Vierer-Lerngruppe – Dörte ging wie ich in die Chirurgie, Frauke und Sybille wurden Psychiaterinnen – verbindet mich seit dem Studium vieles. Wir treffen uns immer noch regelmäßig. Mit Dörte und ihrem Mann habe ich während des Studiums teilweise zusammengewohnt. Und bis heute teilen wir Freud und Leid.

Dörte ist im ersten Semester meine beste Freundin geworden und geblieben. Getroffen habe ich sie damals zufällig: In der Erstsemesterwoche saß sie im Hörsaal neben mir. Im Nachhinein kann ich sagen: Ohne sie hätte ich einiges nicht gepeilt und die Zeit nach meinem Unfall nicht gemeistert!

Foto: dpa
Foto: dpa

Ideale verbinden

Dr. med. Tankred Stöbe
Internist und Vorstandsmitglied bei Ärzte ohne Grenzen
 

Seit den Studententagen teile ich mit Jan Wiechmann, der Geschichte und Politik studierte, das Interesse für internationale Politik und humanitäre Krisen. Nach dem Studium bereisten wir unabhängig voneinander – aber im regelmäßigen Austausch – verschiedene Länder: Jan auf der Suche nach Geschichten, ich, um als humanitärer Arzt zu arbeiten. Afghanistan ließ uns beide nicht mehr los, weitere Krisenherde kamen hinzu. Als ich Jan 2009 in New York besuchte, wo er als Auslandskorrespondent arbeitete, entwickelten wir die Idee, einmal gemeinsam loszuziehen: Im Sommer 2013 trafen wir uns an der syrisch-irakischen Grenze. Ich untersuchte die Patienten und Jan folgte ihren Geschichten bis in die Flüchtlingslager.

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