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Hintergrund: Methodisch hochwertige Leitlinien tragen wesentlich zur Qualitätssicherung von Wissen in der Praxis bei. Eine detaillierte Bewertung der Leitlinienqualität ist jedoch komplex und zeitintensiv. Schlüsselfragen können bei der Bewertung hilfreich sein, um eine erste und rasche Einschätzung der Nutzbarkeit und Qualität einer Leitlinie zu treffen.

Methode: Es erfolgte eine selektive Literaturrecherche nach Instrumenten zur Leitlinienbewertung. Zudem wurden relevante, ausgewählte Bewertungsinstrumente hinsichtlich Zielgruppe, Zweck und Ausrichtung sowie Bewertungsumfang analysiert. Schlüsselfragen aus Kurzbewertungsinstrumenten für die rasche Bewertung einer Leitlinienqualität wurden identifiziert.

Ergebnisse: Die Gegenüberstellung von zehn Bewertungsinstrumenten zeigte, dass die Mehrzahl auf eine sehr detaillierte und differenzierte Bewertung der Leitlinienqualität hin ausgerichtet ist. Allerdings wurden in letzter Zeit auch vier Instrumente entwickelt, die eine überblicksmäßige Einschätzung ermöglichen und in der Gesamtschau im Wesentlichen auf vier Schlüsselfragen fokussieren: Erfolgte die Analyse der Evidenz systematisch? Ist die Evidenz der Empfehlungen erkennbar? Ist das Ziel der Leitlinie formuliert, und ist das Autorenteam genannt? Ist die Gliederung übersichtlich, und sind die Empfehlungen deutlich gekennzeichnet?

Schlussfolgerung: Als Ergänzung zu komplexen Instrumenten, wie DELBI oder AGREE II, stehen mit Kurzbewertungsinstrumenten handliche Werkzeuge zur Verfügung, mit denen man sich ein rasches Bild von der Wertigkeit einer Leitlinie machen kann.

LNSLNS

Gemäß der Definition des Institute of Medicine (IOM) sind Leitlinien systematisch entwickelte Entscheidungshilfen, um bei speziellen Gesundheitsproblemen angemessen vorzugehen. Sie haben zum Ziel, die Patientenversorgung zu verbessern (1, 2). Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) unterscheidet von einer Expertengruppe im informellen Konsens erarbeitete S1-Handlungsempfehlungen, S2-Leitlinien mit formaler Konsensfindung und/oder formaler Evidenzrecherche sowie S3-Leitlinien mit allen Elementen einer systematischen Entwicklung (3). In der deutschen Ärzteschaft nimmt ihre Akzeptanz stetig zu, wobei sie wesentlich zum Transfer von Wissen in die Praxis beitragen (4, 5).

Mit der Zahl der Leitlinien steigt jedoch auch die Informationsfülle. Dabei stellen der Umfang der Leitlinien und die zahlreichen, detaillierten Empfehlungen nur eine der Herausforderungen für die einzelne Ärztin/den einzelnen Arzt dar. Je breiter das Fachgebiet, umso umfangreicher wird das Leitlinienwissen, das die einzelne Ärztin/der einzelne Arzt überschauen muss. Zudem bilden widersprüchliche Aussagen in Leitlinien verschiedener Fachgesellschaften eine häufige Barriere hinsichtlich der Verwendung von Leitlinien (6).

Wesentliche Voraussetzung für den Erfolg von Leitlinien ist eine hohe methodische und fachlich-inhaltliche Qualität. Die Appraisal of Guidelines for Research and Evaluation(AGREE)-Collaboration benennt die interne und externe Validität einer Leitlinie und deren Anwendbarkeit als wesentliche Kriterien für hochwertige Leitlinien (7).

Leitlinien sind intern valide, wenn bei der Entwicklung ihrer Empfehlungen potenziell verzerrende Einflussfaktoren minimiert wurden. Dies betrifft etwa die Durchführung und Darlegung der Vorgehensweise bei der Informationsbeschaffung (Formulierung von Schlüsselfragen und Zielgrößen, Literaturrecherche und Literaturselektion), die Bewertung der Evidenz sowie deren Abbildung in der Empfehlung.

Extern valide ist eine Leitlinie, wenn sich die intendierten Ergebnisse in der Versorgungssituation tatsächlich auch erreichen lassen.

Die Anwendbarkeit der Leitlinienempfehlungen in der Praxis wird durch weitere Faktoren – etwa die Pilottestung und das Review der Leitlinie vor ihrer Implementierung oder die klare, eindeutige Formulierung von Empfehlungen und Gestaltung der Leitlinie – beeinflusst. Es gibt zwar eine Vielzahl von Handbüchern und Instrumenten, die zur Erstellung und Qualitätsbeurteilung von Leitlinien herangezogen werden können (813). In kürzlich publizierten Arbeiten wurde jedoch gezeigt, dass sich die Qualität internationaler Leitlinien über die Zeit kaum verbessert hat (14, 15). Praktisch tätige Ärztinnen und Ärzte verlangen jedoch verlässliche Leitlinien und verständliche Kurzfassungen (16).

International besteht grundsätzlich Übereinstimmung über die Aspekte, die die Qualität einer Leitlinie beeinflussen (1, 12). Zentrale Elemente sind dabei (17)

  • die Zusammensetzung der Autorengruppe
  • die Beteiligung von Patienten
  • die Identifikation und Formulierung klinischer Fragestellungen
  • die systematische Suche nach Evidenz und deren Bewertung
  • das Vorgehen bei der Formulierung der Leitlinienempfehlungen
  • das externe Review der Leitlinie sowie
  • das Vorgehen zur Aktualisierung der Leitlinie.

Ziel dieses Artikel ist es, einige wesentliche, derzeit existierende Instrumente zur Beurteilung der methodischen Qualität von Leitlinien im Hinblick auf den jeweiligen Bewertungsumfang, ihre Ausrichtung sowie die Praxisrelevanz für potenzielle Anwender gegenüberzustellen. Darüber hinaus soll anhand von Kurzbewertungsinstrumenten, darunter auch die von den Autoren publizierte Mini-Checkliste (MiChe) (18), dargelegt werden, worauf praktisch tätige Ärztinnen und Ärzte bei der Beurteilung von Leitlinien besonders achten sollten und durch welche Schlüsselkriterien gute von schlechten Leitlinien möglichst einfach unterschieden werden können. Dieses Wissen sollte es dem Leser ermöglichen, die Nutzbarkeit und Qualität einer Leitlinie rasch einschätzen zu können.

Methode

Im Rahmen der Entwicklung des Kurzbewertungsinstruments MiChe wurde im Januar 2010 bei Leitlinienanbietern sowie in bibliografischen Datenbanken systematisch nach Publikationen zu Instrumenten zur Leitlinienbewertung beziehungsweise -erstellung recherchiert. Auf Basis der am häufigsten in den identifizierten Instrumenten vorkommenden Bewertungskriterien sowie mittels Befragung von Leitlinienexperten wurden Kriterien für die MiChe ausgewählt (18).

Um aktuelle Bewertungsinstrumente zu identifizieren, wurde für den Zeitraum 2010 bis Februar 2015 zum einen in PubMed – mittels der „related citations“-Funktion basierend auf relevanten Publikationen aus der Erstrecherche – und zum anderen auf den Internetseiten von Leitlinienanbietern und der AGREE Working Group selektiv nach entsprechenden Veröffentlichungen gesucht. Alle gefundenen Referenzen wurden von einem Reviewer (WB beziehungsweise TS) gesichtet. Dabei wurden Arbeiten zu neuen methodischen Bewertungsinstrumenten in englischer oder deutscher Sprache eingeschlossen.

Um die Bewertungsinstrumente zu charakterisieren, wurden Angaben zu potenziellen Anwendern, zum Zweck beziehungsweise zur Ausrichtung sowie zum Umfang der Bewertung extrahiert und einander gegenübergestellt. Die wesentlichen Kriterien, auf die bei einer raschen Bewertung einer Leitlinie vorranging zu achten ist, wurden anhand einer Analyse von Kurzbewertungsinstrumenten sowie einer vergleichenden Gegenüberstellung der darin verwendeten Schlüsselfragen ermittelt.

Ergebnisse

Leitlinienbewertungsinstrumente

Mittels Literaturrecherche im Januar 2010 wurden 38 potenziell relevante Publikationen identifiziert und davon 16 Instrumente zur Bewertung der methodischen Leitlinienqualität einbezogen (7, 1925, e1e8). Im Rahmen der Aktualisierungsrecherche im Februar 2015 wurden weitere zwölf potenziell relevante Arbeiten identifiziert, aus denen eine überarbeitete Version eines bereits vorliegenden Bewertungsinstruments (AGREE II) (9, 26, 27) sowie drei zusätzliche Instrumente (2830) eingeschlossen werden konnten (Grafik).

Literaturrecherche und Selektionsprozess
Grafik
Literaturrecherche und Selektionsprozess

Zur weiteren Betrachtung wurden jene Bewertungsinstrumente herangezogen, die laut Angaben in den Publikationen für eine breite, öffentliche Anwendung ausgerichtet waren und ein Bewertungssystem aufwiesen. Instrumente, bei denen es sich um Entwicklungen von Forschungsgruppen für den Eigengebrauch handelte (e1, e2, e7) oder solche ohne ein Bewertungssystem oder eine -skala (e3e6, e8) wurden ausgeschlossen. Ebenso unberücksichtigt blieben zwei Vorversionen (AGREE [7] beziehungsweise Helou et al. [21]) der Bewertungsinstrumente AGREE II (9, 26, 27) und DELBI (19).

Eine Gegenüberstellung der insgesamt zehn verbliebenen Instrumente sowie der MiChe in Tabelle 1 zeigt, dass die Mehrzahl auf eine sehr detaillierte und differenzierte Bewertung der Leitlinienqualität ausgerichtet ist. Dies ist gekennzeichnet durch die große Zahl an Bewertungskriterien und die Verwendung von mehrstufigen Bewertungsskalen. Diese Instrumente sind in erster Linie für die Anwendung durch Leitlinienentwickler, Entscheidungsträger oder Organisationen im Gesundheitswesen vorgesehen. Gerade in den letzten Jahren sind jedoch unabhängig voneinander mehrere einfache Kurzbewertungsinstrumente entwickelt worden, die vorrangig auf eine rasche, überblicksmäßige Einschätzung ausgerichtet sind. Dies sind neben der MiChe (18), die iCAHE Guideline Quality Checkliste (30), die Global Rating Scale (GRS) der AGREE Collaboration (28) und die Checkliste für Chirurgen von Coroneos et al. (29).

Charakterisierung der inkludierten Bewertungsinstrumente
Tabelle 1
Charakterisierung der inkludierten Bewertungsinstrumente

Schlüsselkriterien der Kurzbewertungsinstrumente

Diese Kurzbewertungsinstrumente wurden entwickelt, weil sich gezeigt hat, dass eine Leitlinienbewertung mit zum Beispiel AGREE II oft als zu aufwendig und in der klinischen Praxis nicht durchführbar angesehen wurde. Nach Angaben der Autoren der einzelnen Kurzbewertungsinstrumente sind diese primär für eine direkte Anwendung im niedergelassenen oder klinischen Bereich – besonders bei zeitlich und personell knappen Ressourcen – gedacht und sollen die komplexen Bewertungsinstrumente ergänzen, diese jedoch auf keinen Fall ersetzen.

Dazu wurde versucht wenige, zusammengefasste Schlüsselfragen zu formulieren, die die wesentlichen Kernaspekte zur Einschätzung der methodischen Qualität und Anwendbarkeit einer Leitlinie abbilden. So umfasst

  • die AGREE GRS vier Bewertungskriterien (Entwicklungsprozess, Darstellung, Vollständigkeit des Berichts, klinische Validität) mit insgesamt neun untergeordneten Schlüsselfragen
  • die iCAHE Checkliste 14 Kriterien aus sechs Bereichen (Verfügbarkeit, Daten, zugrundeliegende Evidenz, Entwickler, Zweck und Zielgruppe, Einfachheit)
  • die Checkliste von Coroneos et al. acht Fragen aus drei Bereichen (Validität, Entwicklung und Übertragbarkeit der Empfehlungen) und
  • die MiChe acht Kriterien, welche nicht in einzelne Rubriken eingeteilt sind.

In Tabelle 2 werden diese Fragen beziehungsweise Kriterien der einzelnen Kurzbewertungsinstrumente einander gegenübergestellt und nach unterschiedlichen Aspekten der methodischen Leitlinienqualität (methodische Qualität der Erstellung, Qualität des Berichts, Qualität der Darstellung, Qualität der zugrundeliegenden Evidenz) beziehungsweise Anwendbarkeit geordnet. Es konnten mehrere Kriterien identifiziert werden, die bei den meisten Instrumenten angeführt sind. Aus diesen ergaben sich jene, nachfolgend genannten, vier Schlüsselfragen, auf die Ärzte bei einer raschen Leitlinienbewertung besonders achten sollten und mit deren Beantwortung eine gute (positive Bewertung) von einer schlechten (negative Bewertung) Leitlinie unterschieden werden kann:

Gegenüberstellung und Gruppierung der Schlüsselfragen aus Kurzbewertungsinstrumenten
Tabelle 2
Gegenüberstellung und Gruppierung der Schlüsselfragen aus Kurzbewertungsinstrumenten
  • Erfolgte die Analyse der zugrundeliegenden Evidenz systematisch? Eine positive Bewertung bedeutet, es erfolgte eine umfassende, systematische Literaturrecherche in elektronischen Datenbanken und weiteren Quellen unter Nennung der Ein-/Ausschlusskriterien für Studien, und die Methode zur Auswahl der Studien ist nachvollziehbar beschrieben.
  • Ist klar erkennbar auf welcher Evidenz die Empfehlungen basieren? Eine positive Bewertung bedeutet, der Zusammenhang zwischen Studienergebnissen und Empfehlungen ist eindeutig erkennbar und Angaben zu Evidenzgrad und Empfehlungsstärke sind vorhanden.
  • Finden sich Angaben zur Entwicklergruppe und zum Ziel der Leitlinie? Eine positive Bewertung bedeutet, die Mitglieder der Entwicklergruppe sind genannt und relevante Patientengruppen und die Versorgungssituation werden dargestellt.
  • Ist die Leitlinie übersichtlich gestaltet und sind Empfehlungen deutlich gekennzeichnet? Eine positive Bewertung bedeutet, man findet sich rasch und einfach in der Leitlinie zurecht und Empfehlungen sind in besonderer Form hervorgehoben.

Eine detaillierte Beschreibung der acht Schlüsselkriterien der MiChe gibt die eTabelle.

Erklärung der Schlüsselkriterien der Mini-Checkliste (MiChe)*
eTabelle
Erklärung der Schlüsselkriterien der Mini-Checkliste (MiChe)*

Diskussion

Das Wesentliche zu erkennen, ist für Ärztinnen und Ärzte in der Primärversorgung eine enorme und zunehmende Herausforderung: Die Fülle an den unterschiedlichsten Krankheitsbildern, mit denen sie kompetent umgehen müssen, ist groß, ihre Zeit durch kurze Liegezeiten und eng getaktete Patientenkontakte knapp. Da die Zeit, um sich fortzubilden, kurz bemessen ist, greifen sie häufig auf ihre eigenen Erfahrungen, die ihrer Kollegen sowie Informationsquellen außerhalb der klinischen Forschung zurück (16, 31, 32). Dennoch nimmt das Interesse an Leitlinien in der Ärzteschaft zu. Wesentliche Aspekte für deren Akzeptanz scheinen dabei Kurzfassungen und die überprüfbare Qualität der Leitlinienerstellung zu sein (16). Um diesem wachsenden Bedürfnis gerecht zu werden, sind überschaubare Instrumente notwendig, die es dem Anwender erlauben, Leitlinien in kurzer Zeit eigenständig zu bewerten und in der täglichen Arbeit einzusetzen.

Bei der im Rahmen der vorliegenden Arbeit durchgeführten Literaturrecherche konnten mehrere für eine breite Anwendung entwickelte Leitlinienbewertungsinstrumente identifiziert werden. Dabei handelte es sich vorwiegend um Instrumente für eine sehr detaillierte und differenzierte Bewertung der Leitlinienqualität, die aufgrund ihres Umfangs und der Vorgaben in der Anwendung (zum Beispiel mindestens zwei Gutachter) hauptsächlich für den Einsatz durch Methodiker und Leitlinienexperten geeignet scheinen. Daneben fanden sich jedoch auch drei international publizierte Kurzbewertungsinstrumente für eine rasche und überblickmäßige Beurteilung von Leitlinien durch Ärztinnen und Ärzte im Versorgungsalltag (2830). Diese bieten bis zu 14 Fragen/Kriterien mit einer maximal 7-stufigen Bewertungsskala an. Mit der MiChe (18) wurde auch im deutschsprachigen Raum ein solches Kurzbewertungsinstrument entwickelt. Es vereinfacht den sprachlichen Zugang (33) und reduziert den Bewertungsprozess auf acht Schlüsselkriterien mit einer 3-stufigen Bewertungsskala. Auf Basis dieser wesentlichen Schlüsselfragen bieten alle vier Checklisten Ärztinnen und Ärzten die Möglichkeit, Leitlinien rasch auf ihre jeweilige methodische Qualität und zum Teil auch Anwendbarkeit zu überprüfen. Mit AGREE-REX (Recommendation EXcellence) soll 2016 ein weiteres Instrument zur Verfügung stehen, um – als Gegenstück zum etablierten AGREE-II-Instrument zur Leitlinienerstellung – eine kompetente Bewertung wissenschaftlicher und praktischer Qualität vonseiten der Anwender zu ermöglichen (34).

Grundsätzlich führen alle Kurzbewertungsinstrumente die für die methodische Erstellung zuvor detailliert ausgearbeiteten Erstellungskriterien wieder kompakt zusammen. Die so zusammengeführten relevanten Kriterien sind weitgehend in allen Kurzbewertungsinstrumenten deckungsgleich und entsprechen mit ihrem vereinfachten, sich auf das Wesentliche konzentrierendem Bewertungssystem der effizienzorientierten Arbeitsweise der Ärztin/des Arztes.

Neben den praktischen Aspekten wie Relevanz für das eigene Patientenkollektiv, Nennung der Schlüsselempfehlungen sowie einer klaren, übersichtlichen Gestaltung der Leitlinie, muss es dem Betrachter möglich sein, auch die methodische Qualität der Leitlinienerstellung zu überprüfen. So sollte nachvollziehbar sein, aufgrund welcher Systematik die Suche nach Evidenz durchgeführt und mit welcher Gewichtung deren Ergebnisse in die aufgeführten Empfehlungen übernommen wurden. Weitere wichtige, rasch zu erkennende Kriterien sollten die vollständige Nennung der Leitlinienautoren und deren potenzielle Interessenkonflikte sein.

Mit dieser Konzentration auf wenige Kriterien haben Kurzbewertungsinstrumente das Potenzial, nicht nur von der einzelnen Ärztin/dem einzelnen Arzt, sondern auch von Ärztegruppen (Qualitätszirkel) genutzt zu werden. Interessierte Ärztinnen/Ärzte können damit die Tragfähigkeit einer zuvor in einem langen und mühsamen methodischen Prozess erstellten Leitlinie für ihre individuelle Arbeit am Patienten rasch und einfach überprüfen. Klare und relevante Kriterien mit einem zielführendem Rating-System (Ja – teilweise – nein) helfen bei der Entscheidungsfindung. Ärztinnen/Ärzte, Patienten und engagierte Leitlinienentwickler profitieren gleichermaßen, wenn die ausgesprochenen Empfehlungen auch konsequent in der Praxis implementiert werden (16, 35).

Limitationen

Mögliche Limitationen im Hinblick auf die Vollständigkeit der dargestellten Bewertungsinstrumente betreffen die Recherche sowie die Auswahl der Instrumente. So wurde für das Update lediglich mittels der „related citations“-Funktion in nur einer Datenbank sowie nur in Portalen einiger ausgewählter Leitlinienanbieter gesucht. Um sicherzustellen, dass keine wesentlichen Bewertungsinstrumente übersehen wurden, wurden die über die Recherche identifizierten Bewertungsinstrumente mit jenen abgeglichen, die in drei unterschiedlichen systematischen Übersichten zu diesem Thema genannt wurden (11, 36, 37). In diesen Übersichtsarbeiten wurden keine zusätzlichen wesentlichen Bewertungsinstrumente erwähnt, die explizit für eine breite, öffentliche Anwendung entwickelt wurden. Im Rahmen der Recherche identifizierte, nicht eindeutig für eine breite öffentliche Anwendung entwickelte Instrumente, wurden bewusst nicht in die Gegenüberstellung einbezogen. Auch die große Zahl an Instrumenten zur Leitlinienerstellung wurde nicht berücksichtigt.

Als Limitation der MiChe selbst gilt, dass diese derzeit noch nicht validiert ist. Eine Doktorarbeit mit dem Thema „Validität und Reliabilität der Mini-Checkliste anhand von AGREE II“ wird derzeit am Institut für Allgemeinmedizin, Goethe Universität Frankfurt, durchgeführt.

Grundsätzlich muss bedacht werden, dass die hier beschriebenen Bewertungsinstrumente nur die methodische Qualität einer Leitlinie abbilden und der Nutzer auf den veröffentlichten Inhalt angewiesen ist. Geprüft wird dabei, ob in den Leitlinien bestimmte Standards der Leitlinienerstellung umgesetzt und darlegt wurden. Beinhaltet eine Leitlinie entsprechende Angaben zum Erstellungsprozess, wird ihr in der Regel eine hohe (methodische) Qualität attestiert. So wird beispielsweise geprüft, ob eine Leitlinie Angaben zur Informationsbeschaffung umfasst. Ob die verwendete Suchstrategie und die ausgewählten Suchquellen für die jeweilige Fragestellung der Leitlinie inhaltlich angemessen waren oder die Suchstrategie fehlerfrei formuliert wurde, wird zumeist nicht geprüft. Auch wenn die Annahme gilt, dass die Berücksichtigung methodischer Standards zu einer höheren internen Validität der Leitlinienempfehlungen führt, ist es dennoch denkbar, dass einzelne Leitlinienempfehlungen methodisch hochwertiger Leitlinien nicht intern valide sind. Verschiedene Autoren kommen entsprechend zu dem Ergebnis, dass die Bewertungsinstrumente nicht dazu geeignet sind, den klinischen Inhalt einer Leitlinie oder die Qualität der zugrundeliegenden Evidenz zu beurteilen (7, 11, 38).

Resümee

Als Ergänzung zu komplexen Instrumenten, wie DELBI oder AGREE II, stehen heute mit Kurzbewertungsinstrumenten handliche Tools für interessierte Ärztinnen/Ärzte zur Verfügung, mit denen sie sich eigenständig rasch ein Bild von der Wertigkeit einer Leitlinie machen können. Kurz und knapp können sie die wesentlichen erforderlichen Qualitätskriterien für die Anwendung am Patienten überprüfen und sind damit nicht mehr von der Bewertung durch Dritte abhängig. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass genau dies zunehmend die Methode der Wissensgenerierung bei immer mehr Ärztinnen und Ärzten darstellt. Mit Kurzbewertungsinstrumenten könnte diese Entwicklung möglicherweise weiter positiv beeinflusst und in der Konsequenz die medizinische Behandlung von Patienten nachhaltig und andauernd verbessert werden.

Die Entwicklung der Mini-Checkliste zur Bewertung der methodischen Leitlinienqualität war Teil der Dissertation von Thomas Semlitsch an der Medizinischen Universität Graz und wurde vom Zukunftsfond der Wissenschaftsabteilung des Landes Steiermark finanziell unterstützt.

Interessenkonflikt
Prof. Kopp hat an der Entwicklung von DELBI mitgewirkt.

Die übrigen Autoren erklären, dass keine Interessenkonflikte bestehen.

Manuskriptdaten
eingereicht: 7. 11. 2014, revidierte Fassung angenommen: 13. 4. 2015

Anschrift für die Verfasser
Mag. rer. nat. Thomas Semlitsch
Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung
Medizinische Universität Graz
Auenbruggerplatz 2/9
8036 Graz
Österreich
thomas.semlitsch@medunigraz.at

Zitierweise
Semlitsch T, Blank WA, Kopp IB, Siering U, Siebenhofer A: Evaluating guidelines— a review of key quality criteria. Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 471–8.
DOI: 10.3238/arztebl.2015.0471

@Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit2715 oder über QR-Code

eTabelle:
www.aerzteblatt.de/15m0471 oder über QR-Code

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt-international.de

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Institut für Allgemeinmedizin, Goethe-Universität Frankfurt am Main: Dr. med. Blank, Prof. Dr. med. Siebenhofer
AWMF-Institut für Medizinisches Wissensmanagement, Fachbereich Medizin der Philipps-Universität, Marburg: Prof. Dr. med. Kopp
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Köln: Dr. rer. medic. Siering
Literaturrecherche und Selektionsprozess
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Literaturrecherche und Selektionsprozess
Charakterisierung der inkludierten Bewertungsinstrumente
Tabelle 1
Charakterisierung der inkludierten Bewertungsinstrumente
Gegenüberstellung und Gruppierung der Schlüsselfragen aus Kurzbewertungsinstrumenten
Tabelle 2
Gegenüberstellung und Gruppierung der Schlüsselfragen aus Kurzbewertungsinstrumenten
Erklärung der Schlüsselkriterien der Mini-Checkliste (MiChe)*
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Erklärung der Schlüsselkriterien der Mini-Checkliste (MiChe)*
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    Petzold, Thomas; Schmitt, Jochen; Eberlein-Gonska, Maria
  • Schlusswort
    Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 118; DOI: 10.3238/arztebl.2016.0118b
    Semlitsch, Thomas

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