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Wir danken den Kollegen Prantl et al., Artmann und Maier für die konstruktive Kritik. Bezüglich der Nachbehandlung erfolgte der Beginn der aktiven Physiotherapie im operativen Arm nach zwei Wochen. Fingerbewegungen wurden ab dem ersten postoperativen Tag durchgeführt und eine dorsale Gipsschiene, welche auch temporär abgenommen werden konnte, wurde für zwei Wochen getragen. Allen Patienten wurden Eigenübungen demonstriert und eine Anleitung zum Selbsttraining wurde ausgehändigt. Im Gipstherapiearm erfolgte der Beginn der aktiven Physiotherapie nach sechs Wochen. Nach drei Monaten zeigte sich eine überlegene Handgelenksbeweglichkeit im operativen Arm, wobei hier der deutlich frühere Beginn der Physiotherapie/Eigenübungen wohl einen großen Einfluss hat. Nach zwölf Monaten zeigte sich eine vergleichbar gute Handgelenksbeweglichkeit in beiden Therapiearmen und auch die Anzahl der Physiotherapieverordnungen hatte keinen direkten Einfluss auf das Beweglichkeitsausmaß.

Ein präoperatives CT wurde additional zur Standardröntgendiagnostik durchgeführt, falls dies zur optimalen Therapieplanung notwendig war. Postoperativ wurde ein CT nichtroutinemäßig durchgeführt. Nach zwölf Monaten korrelierte die bessere Wiederherstellung der Röntgenanatomie des Handgelenkes nach Plattenosteosynthese im Vergleich zur Gipstherapie (1) nicht mit einer signifikant besseren Handgelenksbeweglichkeit und einer besseren Alltagsfunktion. Ob sich langfristig eine bessere Wiederherstellung der Gelenkanatomie in einer besseren Funktion und Patientenzufriedenheit ausdrückt, kann nur durch eine Langzeitnachuntersuchung geklärt werden.

Die Anzahl der Komplikationen und schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse war in der vorliegenden Studie unterhalb der in der Literatur beschriebenen Rate, wobei die Interventionen in der ORCHID-Studie durch Chirurginnen/Chirurgen aller Ausbildungsstufen durchgeführt wurden. Insbesondere zeigte sich nur ein Fall eines CRPS (M. Sudeck) nach Gipstherapie. Eine höhergradige Zerstörung der Gelenkfläche und der Metaphyse korrelierte positiv mit einer erhöhten sekundären Konversionsrate zur operativen Therapie. Aus unserer Sicht können nicht nur die große Mehrzahl der nicht dislozierten distalen Radiusfrakturen, sondern auch die meisten dislozierten Frakturen, bei denen die Reposition im Gips weitgehend gehalten werden kann, im Gips ausbehandelt werden (2, 3).

Da sich das durchschnittliche Aktivitätsniveau des älteren Patienten in den letzten beiden Dekaden deutlich gesteigert hat, sollte sich die Wahl des therapeutischen Verfahrens zur Behandlung von Handgelenksfrakturen am individuellen Funktionsanspruch des Patienten orientieren.

DOI: 10.3238/arztebl.2015.0487b

PD Dr. med. Christoph Bartl
Klinik für Unfall-, Hand-,
Plastische und Wiederherstellungschirurgie
Universität Ulm
chbartl@gmx.de

PD Dr. med. Dirk Stengel MSc
Zentrum für klinische Forschung
Unfallkrankenhaus Berlin

Dr. sc. hum. Thomas Bruckner
Institut für Medizinische Biometrie und Informatik (IMBI)
Universität Heidelberg

Prof. Dr. med. Florian Gebhard
Klinik für Unfall-, Hand-,
Plastische und Wiederherstellungschirurgie
Universität Ulm

Interessenkonflikt

PD Stengel erhielt Honorare für Beratertätigkeiten, Erstattung von Teilnahmegebühren für einen Kongresse sowie Honorare für die Vorbereitung von wissenschaftlichen Tagungen von Biomet, Strykeer und der AO Foundation. Er bekam Erstattung von Reise- oder Übernachtungskosten von Biomet, Stryker, AO Foundation., der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) e. V. und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGU).

PD Bartl, Dr. Bruckner und Prof. Gebhard erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Diaz-Garcia RJ, Oda T, Shauver MJ, Chung KC: A systematic review of outcomes and complications of treating unstable distal radius fractures in the elderly. J Hand Surg Am 2011; 36: 824–35 CrossRef MEDLINE PubMed Central
2.
Arora R, Lutz M, Deml C, Krappinger D, Haug L, Gabl M: A prospective randomized trial comparing nonoperative treatment with volar locking plate fixation for displaced and unstable distal radial fractures in patients sixty-five years of age and older. J Bone Joint Surg Am 2011; 93: 2146–53 CrossRef MEDLINE
3.
Bartl C, Stengel D, Bruckner T, Gebhard F and the ORCHID Study Group: The treatment of displaced intra-articular distal radius fractures in elderly patients—a randomized multi-center study (ORCHID) of open reduction and volar locking plate fixation versus closed reduction and cast immobilization. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 779–87 VOLLTEXT
1.Diaz-Garcia RJ, Oda T, Shauver MJ, Chung KC: A systematic review of outcomes and complications of treating unstable distal radius fractures in the elderly. J Hand Surg Am 2011; 36: 824–35 CrossRef MEDLINE PubMed Central
2.Arora R, Lutz M, Deml C, Krappinger D, Haug L, Gabl M: A prospective randomized trial comparing nonoperative treatment with volar locking plate fixation for displaced and unstable distal radial fractures in patients sixty-five years of age and older. J Bone Joint Surg Am 2011; 93: 2146–53 CrossRef MEDLINE
3.Bartl C, Stengel D, Bruckner T, Gebhard F and the ORCHID Study Group: The treatment of displaced intra-articular distal radius fractures in elderly patients—a randomized multi-center study (ORCHID) of open reduction and volar locking plate fixation versus closed reduction and cast immobilization. Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 779–87 VOLLTEXT

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