ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2015Volker Westerbarkey: „In der Not muss man zupacken und helfen“

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Volker Westerbarkey: „In der Not muss man zupacken und helfen“

Korzilius, Heike

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Dr. med. Volker Westerbarkey (43) ist neuer Präsident der deutschen Sektion von Ärzte ohne Grenzen. In die Arbeit der Organisation ist er bereits seit 2004 eingebunden. Ein Jahr lang arbeitete er damals in einem HIV-Projekt in Myanmar. Es war vor allem der innovative Behandlungsansatz von Ärzte ohne Grenzen, auch Patienten in armen Ländern antiretroviral zu behandeln, der ihn zur Mitarbeit bewog. „Zu der Zeit hieß es noch, diese komplexe Behandlung sei nur etwas für entwickelte Länder“, sagt der Allgemeinarzt. Es sei bewegend gewesen, Menschen helfen zu können, die vorher überhaupt keinen Zugang zu Hilfe hatten, und an der Verbreitung der neuen Therapieoption mitzuwirken. Seit zwei Jahren ist Westerbarkey in einer Gemeinschaftspraxis mit Schwerpunkt Suchtmedizin im Berliner Stadtteil Kreuzberg niedergelassen. Das lässt ihm kaum noch Zeit für längerfristige Hilfseinsätze. Damit er sich dennoch weiterhin für die Ziele von Ärzte ohne Grenzen einsetzen kann, bringt er sich in deren Gremienarbeit ein, zunächst als Vorstandsmitglied und jetzt eben als Präsident. Denn die humanitären Prinzipien der Unparteilichkeit, Unabhängigkeit und Neutralität, nach denen die Organisation Nothilfe leistet, überzeugen ihn noch immer: „Man muss vorher und nachher Fragen stellen, aber im Moment der Not muss man zupacken und helfen.“ Westerbarkeys Aufgabe ist jetzt primär, sich in Politik und Gesellschaft Gehör zu verschaffen für die drängendsten Probleme: die Lage der Flüchtlinge im Mittelmeer und die Erforschung von Medikamenten für vernachlässigte Krankheiten. Heike Korzilius

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