ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2015Randnotiz: Rennen, werfen, springen
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„Die Bundes-Jugendwettkämpfe sollen die ganze deutsche Jugend erfassen, sie zu regelmäßiger und vielseitiger Ausbildung des Körpers in frohem Wettkampfgeist anregen und in ihr das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit erwecken.“ Mit diesem Aufruf startete 1951 das Bundesinnenministerium die Bundesjugendspiele. Und bis heute rennen, werfen und springen Schülerinnen und Schüler jedes Jahr von neuem um die Wette. Doch jetzt regt sich Widerstand. „Sport sollte Spaß machen und nicht nur für ein gutes Körpergefühl, sondern auch für Selbstbewusstsein sorgen, unabhängig vom Talent und Können des Einzelnen. Die Bundesjugendspiele in ihrer jetzigen Form konterkarieren dieses Ziel, sie demotivieren Schüler und setzen sie unter sozialen Druck. Für viele Schüler bedeuten diese Spiele eine alljährlich wiederkehrende Demütigung.“ Das schreibt die Autorin und Journalistin Christine Finke, die in einer Petition fordert, dass „die Bundesjugendspiele entweder abgeschafft oder auf Freiwilligkeit umgestellt werden“.

Die Verfasserin dieser Zeilen kann sich der Forderung nur anschließen. Schließlich hat sie bis heute nicht vergessen, wie frustrierend es war, nicht einmal eine Siegerurkunde errungen zu haben. Aber es gibt auch andere Ansichten. Die Deutsche Sportjugend sieht Eltern und Lehrer in der Verantwortung „ein Klima herzustellen, das den angemessenen und nicht persönlich verletzenden Umgang mit solchen Situationen sicherstellt“. 14 254 Unterstützer und Unterstützerinnen haben bis Redaktionsschluss die Petition bereits unterschrieben. Die Kultusministerkonferenz teilte dennoch inzwischen mit, dass sie keinen Anlass sieht, die Wettbewerbe abzuschaffen.

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gennadij
am Montag, 6. Juli 2015, 13:17

Herr

Bundes - Jugendsportwettkaempfe, und nicht nur Jugend, abzuschaffen - ist ein großer Fehler. Helfen, damit solche Wettbewrbe als Schau des gesunden Menschen dazu da sind, um sich von der Wille Gesund zu Sein anstecken zu lassen.
So wurde ich von meinen Sportlehrer unterrichtet.

MfG
gena

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