ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2015NS-Vergangenheit: Haben wir ausreichend aus Fehlern gelernt?
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Endlich schafft es eine Lan­des­ärz­te­kam­mer nach 70 Jahren (!), sich mit ihrer NS-Vergangenheit auseinanderzusetzen!

Sie zitieren die so wichtige Aussage des Präsidenten, dass „wir als freier Beruf immer wieder sensibel überprüfen müssen, inwieweit von außen in das ärztliche Handeln eingegriffen wird“. Als wichtige Beispiele, wo die Gefahr möglicherweise (?!) drohe, habe er ökonomische Vorgaben für die ärztliche Versorgung, den Umgang mit der ärztlichen Schweigepflicht oder mit der Sterbehilfe genannt.

Nun, das scheint mir doch recht „freundlich“ umschrieben zu sein! Ich bin der festen Überzeugung, dass wir schon viel zu lange „sensibel überprüft“ haben und im Übrigen die Gefahr schon längst existent ist! Sehenden Auges lassen wir es immer stärker zu, dass immer massiver in unser ärztliches Handeln eingegriffen wird! Die Öko­nomi­sierung der Medizin ist bereits weit fortgeschritten, die ärztliche Schweigepflicht scheint immer weniger Wert zu sein (siehe aktuell den Umgang mit dem Germanwings-Copiloten!), und bei der „Sterbehilfe“ will zwar die Mehrheit, dass der Arzt „hilft“, obwohl es doch nicht seine Aufgabe ist, den Tod herbeizuführen!

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Haben wir wirklich in ausreichendem Maß aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt?

Michael Freudenberg, Facharzt für Neurologie
und Psychiatrie, 23730 Neustadt

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Avatar #84550
gennadij
am Sonntag, 19. Juli 2015, 23:37

Herr

Guten Abend, sehr geehrter M. Freudenberg
Warum seid ihr so zweifelnd pessimistisch? Deutschland hat auch gegenwärtig eine der weltbesten Gesundheitssystem.
Kann doch die Ärzteschaft kollegiall ein wenig von dem menschlichen Neugier erlauben. Denn so fördern wir die Immunsystem der Gesellschaft.
Was die Germanswingsunfall betrifft, heute, in der Nachrichten im Fernsehen wurde gesagt, dass die Staatsanwälte die Entschädigungsbeitrag abgelehnt hatten. Es sei zu wenig. Obwohl noch bevor wurde berichtet, dass die Gebliebenen der Opfer keine Entschädigung haben wollten.
mit menschlich kollegialen Grüssen, den alle sind als erstens nur die Ärzte
G.Eistrach

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