ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2015Metastasiertes Mammakarzinom: Palbociclib verdoppelt das progressionsfreie Überleben

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Metastasiertes Mammakarzinom: Palbociclib verdoppelt das progressionsfreie Überleben

Dtsch Arztebl 2015; 112(27-28): A-1243 / B-1039 / C-1011

Siegmund-Schultze, Nicola

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Die Kombination aus Aromatasehemmung und Inhibition der Cyclin-abhängigen Kinasen 4 und 6 (CDK4/6) wirkt bei hormonrezeptorpositiven (HR+) Mammakarzinomen offenbar synergistisch. Auf Basis einer Phase-II-Studie (1) ist Palbociclib daher Anfang 2015 als initiale endokrin-basierte Therapie von postmenopausalen Frauen mit metastasiertem Brustkrebs (HR+/Her2neu-) in den USA zugelassen worden. Nun liegen Daten der multizentrischen, randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie PALOMA-3). 521 Frauen (29–88 Jahre), die gegenüber einer endokrinen Behandlung refraktär waren, wurden 2:1 randomisiert in einen Studienarm mit Palbociclib (125 mg oral 1/Tag für drei Wochen, dann eine Woche Pause) plus Fulvestrant (500 mg i.m. Tag 1 und 15, danach Tag 1 der jeweils folgenden 28-Tage-Zyklen) oder Fulvestrant plus Placebo. Frauen in der Prä- oder Perimenopause erhielten außerdem Goserelin zur Unterdrückung der Östrogenproduktion in den Ovarien. Die Studie hatte den primären Endpunkt, eine Verbesserung des medianen PFS um ≥ 56 %, schon bei der Zwischenauswertung erreicht und wurde abgebrochen.

Das mediane PFS lag unter der Kombination bei 9,2 Monaten (95-%-Konfidenzintervall [KI]: 7,5– n. e.) und 3,8 Monaten unter Placebo-Fulvestrant (95-%-KI: 3,5–5,5; Hazard Ratio für Progression oder Tod: 0,42; 95-%-KI: 0,32–0,56; p < 0,001). Die häufigsten Grad-3/4-Nebenwirkungen im Kombinationsarm waren Neutropenie (62 %; 0,6 % unter Placebo-Fulvestrant), Leukopenie (25,2 % vs. 0,6 %) und Anämie (2,6 % vs. 1,7 %). Die Rate der febrilen Neutropenien unterschied sich in den Gruppen nicht (je 0,6 %) und auch nicht die Abbruchrate wegen von Nebenwirkungen. Es gab keine Unterschiede in der Effektivität zwischen prä- und postmenopausalen Frauen.

Fazit: Palbociclib, der erste Vertreter der CDK4/6-Inhibitoren, hat in einer großen Phase-III-Studie in Kombination mit einer Hormontherapie das progressionsfreie Überleben von Frauen mit hormonrezep-torpositiven metastasiertem Mammakarzinom signifikant um median 5,4 Monate verlängert. 75 % der Mammakarzinome sind HR+/ Her2neu-). Sprechen die Frauen auf eine initiale Hormontherapie nicht mehr ab, bleibt im metastasierten Stadium nur die Chemotherapie. Palbociclib könnte dann eine Option sein, so das Fazit der Autoren. Dr. rer. nat. Nicola Siegmund-Schultze

  1. Finn RS, Crown JP, Lang I, et al.: The cyclin-dependent kinase 4/6 inhibitor palbociclib in combination with letrozole versus
    letrozole alone as first-line treatment of
    oestrogen receptor-positive, HER2 negative, advanced breast cancer. Lancet Oncol 2015; 16: 25–35.
  2. Turner NC, Ro, J, André F, et al.: Palbociclib in hormone-receptor – positive advanced breast cancer. N Engl J Med 2015; DOI: 10.1056/NEJMoa1505270.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Themen:

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Anzeige