ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2015Flüchtlinge: Hilfsangebote für traumatisierte Kinder fehlen

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Flüchtlinge: Hilfsangebote für traumatisierte Kinder fehlen

dpa; afp

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Die Selbstheilungskräfte funktionieren bei vielen Kindern gut, wenn sie in Schule und Freizeit aufgefangen werden. Foto: dpa
Die Selbstheilungskräfte funktionieren bei vielen Kindern gut, wenn sie in Schule und Freizeit aufgefangen werden. Foto: dpa

In Deutschland fehlen Hilfsangebote für traumatisierte Flüchtlingskinder, die in wachsender Zahl und oft ohne ihre Eltern ankommen. Viele dieser Mädchen und Jungen hätten aufgrund von Gewalterfahrungen schwere psychische Traumata erlitten, sagte die Vorstandsvorsitzende des Kinderhilfswerks Terre des Hommes, Danuta Sacher. Sie seien auf schnelle und qualifizierte Hilfe angewiesen. Nach Angaben der Organisation werden die seelischen Probleme der Kinder vielfach gar nicht erkannt. Außerdem stehen zu wenig Psychotherapeuten für sie zur Verfügung.

Im vergangenen Jahr kamen etwa 10 000 unbegleitete Flüchtlinge unter 18 Jahren in der Bundesrepublik an. Insgesamt warten rund 41 000 Minderjährige auf die Entscheidung über ihren Asylantrag, 25 000 Jungen und Mädchen haben den unsicheren Duldungsstatus.

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Unter den minderjährigen Asylbewerbern sind geflüchtete Kindersoldaten aus Afrika sowie Opfer sexueller Gewalt. „Wir wissen, dass die Terrormiliz Islamischer Staat systematisch Kinder vergewaltigt, auch Jungen”, sagte die Leiterin des Referats Kinderrechte bei Terre des Hommes, Barbara Küppers.

„Wir werden auch auf lange Sicht keinen Therapeuten für jedes Kind finden“, sagte Gisela Penteker vom Netzwerk traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen. Allerdings funktionierten die Selbstheilungskräfte vieler Jungen und Mädchen gut, wenn sie in der Schule und in ihrer Freizeit aufgefangen würden und sichere Räume fänden.

Die Experten forderten bei der Tagung in Hannover Schulungen für Mitarbeiter von Erstaufnahmeeinrichtungen, Erzieherinnen und Lehrer, um Traumatisierungen zu erkennen. Das Asylbewerberleistungsgesetz erlaubt zwar die „notwendige Behandlung akuter Krankheiten“, allerdings fehlen häufig Dolmetscher und Ärzte, die sich auf die Therapie eines fremdsprachigen Kindes einlassen. dpa/afp

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