ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2015Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen: Soziale Medien integrieren und nutzen

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Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen: Soziale Medien integrieren und nutzen

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Kinder und Jugendliche wachsen heute selbstverständlich mit modernen Technologien und Online-Netzwerken auf. Sie sind „digital natives“ während Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten häufig „digital immigrants“ sind, die sich den Umgang mit dem Internet und moderne Technologien erst im Erwachsenenalter angeeignet haben oder ihnen sogar ablehnend gegenüberstehen. Der Psychotherapeut Prof. Dr. Michael Borg-Laufs von der Hochschule Niederrhein ermuntert Psychotherapeuten, sich auf die Technologie- und Medienwelten der Kinder und Jugendlichen einzulassen, und zwar aus verschiedenen Gründen. Erstens eröffnen Technologiekenntnisse einen Zugang zu den jungen Patienten, zweitens fördern sie das Verständnis für ihre Art der Kommunikation und Selbstpräsentation, und drittens lassen sie sich in der Psychotherapie vielfältig nutzen. So können beispielsweise bestimmte Gefahren und Probleme, die sich durch das Internet und soziale Netzwerke ergeben, wie etwa Cybermobbing, sexuelle Belästigung und riskante Kontakte, gemeinsam besprochen und direkt am Computer gelöst werden. Auch Probleme mit der sozialen Kontaktaufnahme oder aggressive Verhaltenstendenzen können erkannt und verändert werden, beispielsweise anhand der Analyse von Kommentaren oder Chat-Verläufen der Patienten. Darüber hinaus bieten sich moderne Technologien im Rahmen der Krisenintervention an, da sie den Vorteil haben, dass Therapeuten sofort auf
gesendete Hilferufe reagieren können. Nach Meinung des Autors sollten Psychotherapeuten die vielfältigen technologischen Möglichkeiten nutzen, um Kindern und Jugendlichen zu entwicklungsförderlichen Erfahrungen zu verhelfen. Dazu ist es wichtig, dass Psychotherapeuten ihre eigene Skepsis überwinden und Kompetenz im Umgang mit den Technologien und mit den dadurch bedingten Problemen und
Gefährdungen erwerben. ms

Borg-Laufs M: Soziale Online-Netzwerke in der Psychotherapie mit Jugendlichen. Psychotherapeut 2015; 60(2): 151–5.

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